Vietnamese Trinh vor Gericht in Hanoi | Bildquelle: dpa

Prozess in Hanoi Lebenslange Haft für entführten Vietnamesen

Stand: 22.01.2018 11:52 Uhr

Die Bundesregierung ist überzeugt, dass Vietnams Geheimdienst den Ex-Manager Thanh in Berlin entführt hat. Nun wurde er in Hanoi wegen Unterschlagung zu lebenslanger Haft verurteilt.

Der mutmaßlich vom vietnamesischen Geheimdienst aus Deutschland entführte Geschäftsmann Trinh Xuan Thanh ist in Hanoi zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein Gericht in der Hauptstadt Vietnams sprach den 52-Jährigen in einem Korruptionsprozess wegen Misswirtschaft und Unterschlagung schuldig. Auf die mögliche Forderung nach der Todesstrafe hatte die Staatsanwaltschaft verzichtet. Thanh hatte um ein mildes Urteil und die Möglichkeit zur Rückkehr nach Deutschland gebeten.

Lebenslange Haft für vietnamesischen Ex-Manager Thanh
tagesschau 12:00 Uhr, 22.01.2018, Torben Börgers, ARD Tokio

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Anwältin appelliert an Bundesregierung

Seine deutsche Anwältin Petra Schlagenhauf hofft auf die Hilfe der Bundesregierung. "Ich richte auch im Namen der Familie meines Mandanten den Appell an die deutsche Regierung, sich weiterhin für die Freilassung meines Mandanten bei der vietnamesischen Regierung einzusetzen", so die Anwältin.

Thanh müsse die Rückkehr nach Deutschland ermöglicht werden, sagte Schlagenhauf. Die lebenslange Haftstrafe gegen ihren Mandanten verurteilte sie als "rechtsstaatswidrig". Das Urteil könne nicht hingenommen werden. "Schon allein durch die verbrecherische Entführung meines Mandanten hat Vietnam das Recht verwirkt, gegen meinen Mandanten überhaupt ein Verfahren durchzuführen", sagte Schlagenhauf. Der Prozess habe "keinen rechtsstaatlichen Kriterien" entsprochen.

Schwere Belastung für Beziehungen zu Vietnam

Der Fall Thanh belastet das Verhältnis zwischen Deutschland und Vietnam massiv. 2016 war der einstige Funktionär der Kommunistischen Partei ins Ausland geflohen und hatte in Deutschland um Asyl gebeten. Ende Juli 2017 wurde er mutmaßlich vom vietnamesischen Geheimdienst aus Berlin entführt, zurück in seine Heimat verschleppt und im Staatsfernsehen vorgeführt. Während die Regierung in Hanoi erklärte, Thanh sei freiwillig zurückgekehrt, spricht das Auswärtige Amt in Berlin von "Menschenraub" und "Rechtsbruch".

Trinh Xuan Thanh | Bildquelle: dpa
galerie

Trinh Xuan Thanh wurde von einem Gericht in Hanoi schuldig gesprochen. Er hatte um ein mildes Urteil und die Möglichkeit zur Rückkehr nach Deutschland gebeten.

Der Ex-Vorstandschef eines staatlichen Baukonzerns hatte den vietnamesischen Staatsmedien zufolge Management-Fehler zugegeben, aber den Vorwurf der Veruntreuung bestritten. Ausländische Medien wurden zu dem Prozess nicht zugelassen, bei dem Thanh zusammen mit 21 weiteren Angeklagten, darunter einem einst hochrangigen Mitglied des Politbüros, vor Gericht stand.

Weiterer Prozess steht bevor

Konkret ging es in dem Prozess um den Bau eines Kraftwerks im Norden Vietnams im Jahr 2011. Thanh wurde zur Last gelegt, als Chef des Baukonzerns PetroVietnam Construction (PVC) - einer Tochter des Energiekonzerns PetroVietnam - umgerechnet mehrere Millionen Euro zweckentfremdet zu haben. Mindestens vier Milliarden vietnamesische Dong (etwa 150 000 Euro) soll er in die eigene Tasche gesteckt haben.

Am Mittwoch soll in Hanoi ein weiterer Korruptionsprozess gegen Thanh beginnen. Dabei droht ihm abermals die Todesstrafe.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 22. Januar 2018 um 06:15 Uhr.

Darstellung: