Polizisten bringen den mutmaßlich entführten Vietnamesen Thanh zum Gericht in Hanoi. | Bildquelle: dpa

Prozess in Vietnam Thanh kommt wohl um Todesurteil herum

Stand: 02.02.2018 11:33 Uhr

Zu lebenslanger Haft ist er bereits verurteilt, nun drohte ihm in einem zweiten Verfahren die Todesstrafe. Doch im Prozess gegen den mutmaßlich entführten Vietnamesen Thanh zeichnet sich ein anderer Ausgang ab.

Der aus Deutschland mutmaßlich entführte Geschäftsmann Trinh Xuan Thanh muss in seiner Heimat Vietnam offensichtlich kein Todesurteil mehr befürchten. Die Staatsanwaltschaft verzichtete nach Angaben eines Verteidigers auch in einem zweiten Korruptionsprozess darauf, die Todesstrafe zu fordern. Sie verlangt für den 52-Jährigen jedoch lebenslange Haft.

Der Prozess gegen den einstigen kommunistischen Spitzenfunktionär wurde in der Hauptstadt Hanoi nach mehrtägiger Pause fortgesetzt. Ihm wird vorgeworfen, als Chef eines Staatskonzerns mehr als eine halbe Million Euro Schmiergeld angenommen zu haben. Das Urteil wird nächste Woche erwartet, vermutlich am Mittwoch. Thanh war bereits in einem ersten Verfahren wegen Korruption und Misswirtschaft zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Der Fall belastet die Beziehungen zwischen Deutschland und Vietnam massiv, weil die Bundesregierung davon überzeugt ist, dass Thanh im Juli 2017 vom vietnamesischen Geheimdienst aus der Innenstadt Berlins entführt wurde. Die Regierung des kommunistischen Landes bestreitet das und beharrt darauf, dass der einstige Parteifunktionär aus freien Stücken zurückgekehrt sei, um sich zu stellen.

Trinh Xuan Thanh | Bildquelle: dpa
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Vietnam behauptet, Thanh sei freiwillig zurückgekehrt - doch daran gibt es massive Zweifel.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. Januar 2018 um 05:00 Uhr und 06:00 Uhr.

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