Emmerson Mnangagwa nimmt nach seiner Vereidigung Glückwünsche entgegen. | Bildquelle: REUTERS

Simbabwe Mnangagwa als Präsident vereidigt

Stand: 26.08.2018 13:51 Uhr

Einen Monat nach seiner umstrittenen Wahl ist Emmerson Mnangagwa in Simbabwe als Präsident vereidigt worden. Der 75-Jährige legte im Nationalstadion in Harare vor Tausenden Anhängern seinen Amtseid ab.

In Simbabwe hat der neugewählte Präsident Emmerson Mnangagwa seinen Amtseid abgelegt. Der 75-Jährige ist der erste gewählte Nachfolger des langjährigen Staatsoberhauptes Robert Mugabe, der im November nach 37 Jahren von der Armee zum Rücktritt gezwungen worden war. Er war seit Mugabes Rücktritt als Übergangspräsident im Amt.

An Mnangagwas Vereidigung im Nationalstadion in der Hauptstadt Harare nahmen neben Zehntausenden Anhängern auch die Präsidenten von Südafrika, Ruanda und dem Kongo, Cyril Ramaphosa, Paul Kagame und Joseph Kabila, teil. "Ich werde Simbabwe treu sein und die Verfassung Simbabwes verteidigen", sagte Mnangagwa, während im Stadion lauter Applaus ertönte. Mit Gottes Hilfe werde er die Rechte der Simbabwer verteidigen.

Anhänger von Emmerson Mnangagwa strömen ins Nationalstadion in Harare. | Bildquelle: dpa
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Zehntausende Anhänger von Emmerson Mnangagwa strömten ins Nationalstadion in Harare.

Opposition hält an Betrugsvorwürfen fest

Die Opposition erklärte, Mnangagwas Wahlsieg von Ende Juli nicht zu akzeptieren und sprach von einer "unechten Amtseinführung". Nach offiziellen Angaben wurde Mnangagwa, ein früherer Weggefährte Mugabes, mit 50,8 Prozent der Stimmen gewählt. Nelson Chamisa von der oppositionellen MDC erhielt demnach 44,3 Prozent. Chamisas MDC hatte am 10. August Klage gegen das Wahlergebnis eingereicht und unter anderem argumentiert, es sei zu Unregelmäßigkeiten und Wahlfälschung gekommen.

Am Freitag hatte das Verfassungsgericht die Klage jedoch mit der Begründung abgelehnt, die Opposition habe keine klaren, ausreichenden und glaubwürdigen Beweise für Unregelmäßigkeiten vorgelegt. Mnangagwa wurde damit zum Wahlsieger erklärt und der Weg für die Amtseinführung frei gemacht.

Auseinandersetzungen nach der Wahl

Der 94-jährige Mugabe hatte das Land im südlichen Afrika mehr als drei Jahrzehnte lang autokratisch regiert und das Land in eine schwere politische und wirtschaftliche Krise gestürzt. Viele Simbabwer hatten an die erste Wahl seit seinem Rücktritt Hoffnungen auf einen demokratischen Aufbruch geknüpft. Beobachter der Europäischen Union hatten den Ablauf der Abstimmung jedoch kritisiert. Menschenrechtlern zufolge wurde die Wahl von Gewalt gegen Kritiker und Oppositionelle gekennzeichnet.

Mindestens sechs Menschen wurden getötet, als Anhänger der Opposition Anfang August vor dem Gebäude der Wahlkommission demonstrierten. Sicherheitskräfte gingen mit Gewalt gegen die Protestierenden vor.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell Radio am 26. August 2018 um 13:30 Uhr.

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