Eine Frau in Caracas prüft während eines Stromausfalls im September 2020 Rechnungen im Licht einer kleinen batteriebetriebenen Lampe. | Bildquelle: JOHNNY PARRA/EPA-EFE/Shutterstoc

Venezuela Teils 60 Stunden ohne Strom

Stand: 26.09.2020 09:04 Uhr

Venezuela steckt seit Langem in einer Versorgungskrise. Dazu zählen immer wieder auch Stromausfälle. Beim jüngsten mussten Einwohner teils mehr als 60 Stunden ohne Strom auskommen. Die Regierung findet dafür ganz eigene Gründe.

Durch einen massiven Stromausfall waren Einwohner in Venezuelas Hauptstadt Caracas teilweise mehr als 60 Stunden von der Elektrizitätsversorgung abgeschnitten. Insgesamt betraf der Stromausfall zeitweise 14 der insgesamt 20 Bundesstaaten des Landes.

In Caracas dauerte die Unterbrechung der Stromversorgung bei Weitem am längsten, wie der Nachrichtensender "NTN24" berichtete. In anderen Regionen wie Valera, Sucre, Bolivar, Miranda und Monte Carmelo hätten die Menschen bis zu 24 Stunden ohne Strom auskommen müssen.

Vizepräsidentin: Noch immer "terroristische Angriffe"

Wie der Sender weiter berichtete, hätte sich bislang keine Behörde zu den Ursachen des Stromausfalls geäußert. Erst gestern hatte die Vize-Präsidentin des Landes, Delcy Rodríguez, jedoch auf Twitter geschrieben, sie habe sich mit Angestellten der staatlichen Elektrizitätswerke Corpoelec getroffen, um ihnen auch im Namen von Präsident Nicolás Maduro für ihre Arbeit zu danken. Die Mitarbeiter würden die Stromversorgung weiterhin vor Störungen durch "terroristische Angriffe" schützen, die es nach wie vor geben würde.

Bereits 2019 gab es immer wieder Stromausfälle

Schon im vergangenen Jahr hatte die Regierung unter Maduro von einem "elektromagnetischen Angriff" auf das größte Kraftwerk Venezuelas gesprochen, nachdem es wiederholt zu Stromausfällen in weiten Teilen des Landes gekommen war. Im März 2019 mussten die Bewohner mehrerer Regionen teils mehr als 100 Stunden ohne Elektrizität auskommen.

In Venezuela gibt es eine schwere Versorgungskrise. Die Versorgung mit Lebensmitteln, Medikamenten und Dingen des täglichen Bedarfs ist oft mangelhaft. Millionen Venezolaner sind bereits ins Ausland geflohen.

Außerdem herrscht in Venezuela seit Anfang 2019 ein Machtkampf um die Führung des Landes: Präsident Maduro steht dabei der oppositionelle Interimspräsident Juan Guaidó gegenüber, der die Absetzung des Staatschefs und anschließend demokratische Wahlen fordert.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 26. September 2020 um 09:45 Uhr.

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