Der selbsternannte venezolanische Interimspräsident spricht auf einer Kundgebung zu Anhängern. | Bildquelle: AP

Venezuela Lautstark gegen neuen Stromausfall

Stand: 31.03.2019 08:21 Uhr

Erneute Stromausfälle haben in Venezuela die Menschen zu Tausenden auf die Straßen getrieben. Schon zum vierten Mal in einem Monat fehlt es den Menschen landesweit an Elektrizität. Der Unmut steigt.

In Venezuela hat es zum vierten Mal in diesem Monat schwere Stromausfälle gegeben. Von Samstagabend an waren in den meisten Bundesstaaten die Menschen ohne Elektrizität, wie die oppositionsnahe Zeitung "El Nacional" berichtete.

In der Hauptstadt Caracas protestierten die Menschen gegen den Stromausfall. Sie benutzten Töpfe und Pfannen als Trommeln, um auf sich aufmerksam zu machen - diese Demonstrationsform ist als "Cacerolazo" bekannt. Ein AFP-Reporter berichtet, Sicherheitskräfte hätten Tränengas eingesetzt, um die Demonstranten davon abzuhalten, sich an mehreren Punkten in der Stadt zu versammeln.

Menschen steigen in Caracas während des Stromausfalls in einen Bus. | Bildquelle: AFP
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Menschen steigen in Caracas während des Stromausfalls in einen Bus.

Versorgungsengpässe beuteln Bevölkerung

Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro wirft seinen Gegnern um den selbsternannten Interimspräsident Juan Guaidó vor, gemeinsam mit den USA in geplanten Sabotageakten die Stromversorgung zu stören. Guaidó hingegen macht jahrelange Misswirtschaft unter Maduro für die Ausfälle verantwortlich. Die Dunkelheit, die dem venezolanischen Volk aufgezwungen werde, werde sich niemals in den Herzen ausbreiten, schrieb er auf Twitter.

Venezuela steckt in einer tiefen politischen und wirtschaftlichen Krise mit akuten Versorgungsengpässen. Es mangelt nicht nur an konstanter Versorgung mit Elektrizität, sondern auch an Lebensmitteln und Medikamenten.

Moskau wirft USA Einmischung in Venezuela vor

Im Machtkampf mit Präsident Maduro wirft Guaidó diesem vor, die Bevölkerung willentlich darben zu lassen. Deutschland, die USA und rund 50 weitere Länder haben Guaidó als Übergangspräsidenten anerkannt. Russland zählt hingegen zu den wichtigsten Unterstützern von Maduro. 

Das Außenministerium in Moskau forderte Washington auf, sich nicht mehr in die inneren Angelegenheiten Venezuelas einzumischen. "Wir raten dazu, dass die USA aufhören, Venezuela zu bedrohen, seine Wirtschaft zu ersticken und es unter Verletzung internationalen Rechts in Richtung eines Bürgerkriegs zu treiben", erklärte Außenamtssprecherin Maria Sacharowa.

Anfang der Woche waren zwei russische Militärflugzeuge mit Soldaten und Gütern an Bord auf dem Flughafen von Caracas gelandet. Außerdem hat Moskau nach eigenen Angaben in Kooperation mit dem staatlichen venezolanischen Rüstungskonzern Cavim ein Trainingszentrum für Hubschrauberpiloten in dem Land eröffnet.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 31. März 2019 um 09:00 Uhr.

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