Sicherheitskräfte gegen Demonstranten in Venezuela vor | Bildquelle: AFP

Venezuela Unruhen nach versuchter Meuterei

Stand: 22.01.2019 01:56 Uhr

Venezuela stürzt immer tiefer in Unruhen: Nachdem Sicherheitskräfte eine Meuterei der Nationalgarde niedergeschlagen hatten, folgten gewalttätige Straßenproteste. Das Regime fürchtet offenbar Umsturzversuche.

In Venezuela haben Sicherheitskräfte eine Meuterei der Nationalgarde niedergeschlagen und 27 Gardisten festgesetzt. Der Chef der sozialistischen Partei Diosdado Cabello sagte, im Zuge der Ermittlungen könne es noch weitere Festnahmen geben. Mehrere Nationalgardisten hätten Waffen aus einem Lager gestohlen und zwei Offiziere festgenommen, so das Militär.

Einige Stunden zuvor hatte eine Gruppe schwer bewaffneter Gardisten mehrere Videos in sozialen Netzwerken verbreitet, in denen sie angab, die Regierung von Präsident Nicolás Maduro nicht anzuerkennen.

In einem der Videos bat ein Mann, der sich selbst als Alexander Bandres Figueroa bezeichnete, das "venezolanische Volk", seine Unterstützung der Rebellion auf den Straßen zu zeigen.

Proteste in den ärmeren Vierteln

Die Meuterei löste Demonstrationen in ärmeren Vierteln der Hauptstadt Caracas aus, nur wenige Kilometer vom Präsidentenpalast entfernt. Bewohner zündeten Straßenblockaden an und forderten Maduros Rücktritt. Militär- und Polizeikräfte gingen mit Tränengas gegen Anwohner vor.

Venezuelas Staatschef Maduro | Bildquelle: AFP
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Venezuelas Staatschef Maduro. Am 10. Januar war er zu seiner zweiten sechsjährigen Amtszeit vereidigt worden.

Die festgenommenen Soldaten erhielten Unterstützung vom Präsidenten des entmachteten Parlaments, Juan Guaidó. Der Vorfall zeige das "allgemeine Gefühl", das in der Armee herrsche, twitterte er. "Das Parlament verpflichtet sich, den Angehörigen der Streitkräfte , die aktiv zur Wiederherstellung der Verfassung beitragen, alle nötigen Garantien zu bieten."

Der Oberste Gerichtshof erklärte inzwischen die oppositionelle Führung des Parlaments für nicht rechtmäßig. Dessen "gegen Maduro gerichtete Maßnahmen" wurden abgewehrt, hieß es in einer Mitteilung. Der Gerichtshof gilt als regierungsfreundlich. Der Generalstaatsanwalt solle nun entscheiden, ob Strafanzeige gegen die Parlamentsführer erhoben werde, weil sie die Verfassung der Nation missachtet hätten, so das Gericht.

Gewalttätige Auseinandersetzungen von Polizei und Bewohnern in Caracas
tagesschau 9:00 Uhr, 22.01.2019

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Guaidó gibt sich unbeeindruckt

Guaidó ließ sich von dem Gerichtsurteil nicht beeindrucken und wiederholte seine Aufforderung, am Mittwoch für Maduros Rücktritt zu demonstrieren. Dann wird an das Ende der Diktatur 1958 in Venezuela erinnert.

Nach seiner Vereidigung als Präsident der Nationalversammlung am 5. Januar hatte Guaidó begonnen, Maßnahmen gegen Maduro einzuleiten. Zudem forderte er die internationale Gemeinschaft auf, Maduros Regierung kein Geld zur Verfügung zu stellen. Maduro sei unrechtmäßig an der Macht.

Maduro war am 10. Januar zu seiner zweiten sechsjährigen Amtszeit vereidigt worden, doch viele Regierungen in der Region haben seine Wahl nicht als rechtmäßig anerkannt. Auch in Venezuela ging seine Popularität angesichts Hyperinflation, einem Mangel an praktisch allen Dingen des täglichen Bedarfs und seines autoritären Regierungsstils drastisch zurück.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. Januar 2019 um 04:43 Uhr.

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