Juan Guaidó mit einer venezolanischen Flagge | Bildquelle: AFP

Reaktionen auf Lage in Venezuela Appelle, Vorwürfe, Warnungen

Stand: 30.04.2019 21:07 Uhr

Während der Konflikt in Venezuela womöglich auf eine Entscheidung zusteuert, bringen sich die internationalen Verbündeten in Stellung. Die USA bekräftigen ihre Unterstützung für Guaidó - aus Russland kommen Warnungen.

Mit der Befreiung des Oppositionellen Leopoldo López könnte der Machtkampf in Venezuela in seine entscheidende Phase gegangen sein. Der selbst ernannte Interimspräsident Juan Guaidó beansprucht die Unterstützung von großen Teilen des Militärs für sich - die Regierung des amtierenden Staatschefs Nicolás Maduro spricht dagegen lediglich von einer kleinen Gruppe, die abtrünnig geworden sei.

Angesichts der neuesten Ereignisse bringen sich auch die internationalen Verbündeten der verfeindeten Lager in Stellung. Die USA, viele EU-Staaten und zahlreiche lateinamerikanische Länder haben Guaidó bereits als Übergangsstaatschef anerkannt. US-Außenminister Mike Pompeo unterstrich erneut die amerikanische Haltung: "Die US-Regierung unterstützt das venezolanische Volk vollkommen in seinem Verlangen nach Freiheit und Demokratie", schrieb er auf Twitter. Die Demokratie könne "nicht besiegt werden".

Der Nationale Sicherheitsberater der US-Regierung, John Bolton, forderte den venezolanischen Verteidigungsminister Vladimir Padrino López auf, die Armee zum Schutz der "Verfassung und des venezolanischen Volkes" einzusetzen. Die Streitkräfte müssten sich auf die Seite der "legitimen Institutionen" und gegen die Angriffe auf die Demokratie stellen, twitterte er.

Die USA wollten einen friedlichen Machtübergang in dem Land, sagte Bolton später. US-Präsident Donald Trump schrieb auf Twitter. "Ich beobachte die Lage in Venezuela sehr genau."

Venezuela: Soldaten befreien Oppositionspolitiker aus dem Hausarrest
tagesschau 15:00 Uhr, 30.04.2019, Esther Saoub, SWR

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Maas: "Unterstützung in keiner Weise geändert"

Auch Bundesaußenminister Heiko Maas bekräftigte bei seinem Besuch in Brasilien, dass Deutschland weiter auf den selbst ernannten Interimspräsidenten setze. "Unsere Unterstützung für Juan Guaidó hat sich in keiner Weise geändert", sagte er. Er hoffe, dass die Lage friedlich bleibe.

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro schrieb auf Twitter, dass sein Land sich mit dem venezolanischen Volk solidarisiere, das von einem "Diktator" versklavt werde. Man unterstütze die Freiheit der venezolanischen Nation.

Russland gegen Eingreifen von außen

Maduros Verbündete hingegen stärken dem amtierenden Präsidenten den Rücken. "Wir verurteilen diese putschistische Bewegung, die darauf abzielt, das Land mit Gewalt zu überziehen", schrieb Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel auf Twitter. Auch Boliviens Staatschef Evo Morales erklärte: "Wir verurteilen diesen versuchten Staatsstreich in Venezuela aufs Schärfste." Er warf den USA vor, in Venezuela Gewalt zu schüren.

Russland warnte angesichts der brenzligen Lage vor einem Eingreifen von außen. Es gebe Kräfte, die nur einen Vorwand für ein gewaltsames Einschreiten suchten, schrieb der Chef des Auswärtigen Ausschusses im russischen Föderationsrat, Konstantin Kossatschow, auf Facebook. Er nannte die USA nicht namentlich, forderte allerdings, den Machtkonflikt durch einen innenpolitischen Dialog und auf Grundlage der Mechanismen der Vereinten Nationen zu lösen.

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, dass Präsident Wladimir Putin mit dem russischen Sicherheitsrat die Situation nach dem Putschversuch in Venezuela erörtert habe. Details nannte er nicht.

Guterres fordert "maximale Zurückhaltung"

UN-Generalsekretär António Guterres rief die Konfliktparteien zu maximaler Zurückhaltung auf. Guterres verfolge die Ereignisse genau, erklärte sein Sprecher. Er fordere alle dazu auf, jede Form von Gewalt zu vermeiden und die Lage so schnell wie möglich wieder zu beruhigen.

Der UN-Chef werde in dem Konflikt nicht Partei für eine der beiden Gruppen beziehen, sagte der Sprecher. Die Vereinten Nationen versuchten, zu beiden Seiten Kontakt aufzunehmen.

Sollten alle Beteiligten das wünschen, biete sich Antonio Guterres als Vermittler an. Das Wichtigste sei jetzt der Schutz der Bevölkerung. Zudem erlebe das Land eine sehr schwerwiegende humanitäre Krise.

Mit Informationen von Kai Clement, ARD-Studio New York

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. April 2019 um 15:00 Uhr.

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