Ein Demonstrant in Caracas, Venezuela | Bildquelle: AFP

Generalstreik in Venezuela Tote bei landesweiten Protesten

Stand: 21.07.2017 03:35 Uhr

In Venezuela hat es bei landesweiten Protesten gegen Präsident Maduro erneut Ausschreitungen gegeben. Mindestens zwei Menschen kamen dabei ums Leben. Mehrere Menschen seien verletzt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Während eines landesweiten Streiks sind in Venezuela mindestens zwei Demonstranten getötet worden. Ein 24-Jähriger sei am Donnerstag in Los Teques erschossen worden, teilte die venezolanische Staatsanwaltschaft mit. Wer auf ihn geschossen hat, wurde nicht mitgeteilt. Ein 23-jähriger Mann sei in La Isabelica im Staat Carabobo gestorben. Außerdem seien mehrere Menschen verletzt worden.

Der Generalstreik legte weite Teile der Hauptstadt Caracas lahm. Demonstranten brannten ein Post-Gebäude in der Nähe des staatlichen TV-Senders nieder und lieferten sich gewalttätige Auseinandersetzungen mit der Polizei. Vermummte zündeten Barrikaden in den reicheren Stadtteilen Caracas' an, die eher der Opposition nahestehen, und trennten dadurch die Gebiete vom Rest der Stadt ab. Die Polizei setzte Tränengas ein. Die öffentlichen Verkehrsmittel standen fast alle still.

Ausschreitungen nach Generalstreik in Venezuela
tagesschau 09:00 Uhr, 21.07.2017, Michael Stocks, ARD Rio de Janeiro

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Mit dem 24-stündigen von der Opposition initiierten Streik sollte die Unzufriedenheit mit dem Plan von Präsident Nicolás Maduro zum Ausdruck gebracht werden. Dieser sieht vor, eine verfassunggebende Versammlung zusammentreten zu lassen, um das venezolanische System umzubauen und die Macht der Regierungspartei auf die wenigen Institutionen auszudehnen, die sich noch außerhalb ihrer befinden.

Maduro hält an Plänen fest

Am Sonntag hatten die konservativen und rechten Regierungsgegner ein symbolisches Referendum gegen die verfassunggebende Versammlung veranstaltet. Daran beteiligten sich nach ihren Angaben rund 7,6 Millionen der rund 19 Millionen Wahlberechtigten im In- und Ausland. 95 Prozent stimmten demnach gegen die von Maduro einberufene Versammlung und für die Beibehaltung der Verfassung, die unter dem 2013 gestorbenen Präsidenten Hugo Chávez verabschiedet worden war.

Maduro erklärte im Staatsfernsehen, dass er mit seinen Plänen fortfahren werde. Hunderte der größten Firmen des Landes funktionierten laut Maduro trotz des Streiks zu "einhundert Prozent".

Seit dem Beginn der fast täglichen Massenproteste gegen Maduro im April gab es knapp hundert Tote, Tausende Menschen wurden verletzt, Hunderte festgenommen.

Bilanz des Generalstreiks in Venezuela
Anne Demmer, ARD Mexiko Stadt
21.07.2017 07:40 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die Tagesschau am 21. Juli 2017 um 04:56 Uhr.

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