Mann in Venzeula zählt Geld vor geschlossenem Geschäft | Bildquelle: REUTERS

Venezuela Doppelter Mindestlohn - wenig Wirkung

Stand: 27.04.2019 12:41 Uhr

Die Regierung Venezuelas verdoppelt den Mindestlohn auf umgerechnet sieben Euro im Monat. Doch bei einer erwarteten Inflation von mehreren Millionen Prozent wird das die Lage der Bürger nicht wirklich verbessern.

Venezuelas umstrittener Präsident Nicolás Maduro hat den Mindestlohn deutlich erhöht. Ein Dekret legte diesen auf umgerechnet rund sieben Euro monatlich fest, mehr als doppelt so viel wie bisher. Statt bei 18.000 Bolívar liegt der Mindestlohn nun bei 40.000 Bolívar pro Monat. Die Änderung gilt rückwirkend zum 16. April. Zudem wird ein Essenszuschuss von 25.000 Bolívar (rund vier Euro) monatlich gezahlt.

Venezuela steckt in einer schweren Wirtschaftskrise, eine Hyperinflation führte zur drastischen Entwertung des Bolívar. Der Internationale Währungsfond rechnet für das laufende Jahr mit einer Inflation von zehn Millionen Prozent. Die Regierung hebt daher regelmäßig den Mindestlohn an. Die aktuelle Erhöhung ist bereits die zweite in diesem Jahr. 2018 hatte der Präsident den Mindestlohn sechsmal erhöht, die schwindende Kaufkraft hatte das aber nicht ausgeglichen.

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Rund drei Millionen Flüchtlinge

Aufgrund der Krise gibt es regelmäßig Fluchtversuche von Venezolanern in andere Länder. Zuletzt war dabei am Mittwoch ein Boot auf dem Weg zum karibischen Inselstaat Trinidad und Tobago untergegangen. Von den 33 Menschen an Bord wurden nach Angaben eines Oppositionsabgeordneten neun gerettet. Zwei konnten demnach nur noch tot geborgen werden, nach 22 wird noch gesucht.

Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass seit dem Jahr 2015 etwa drei Millionen Venezolaner ihr Land verlassen haben. Die meisten von ihnen sind nach Kolumbien und Brasilien geflohen. Rund 60.000 leben nach Angaben der Opposition inzwischen im nahegelegenen Trinidad und Tobago.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. April 2019 um 18:40 Uhr.

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