Proteste gegen Präsident Maduro in Venezuela | Bildquelle: AFP

Venezuela Neue Proteste gegen Maduro

Stand: 23.01.2019 17:27 Uhr

In Venezuela gehen Anhänger und Gegner der sozialistischen Regierung von Präsident Maduro auf die Straße. Vor den Großdemonstrationen sind offenbar mindestens vier Menschen bei nächtlichen Protesten getötet worden.

In Venezuela sind zahlreiche Menschen gegen die sozialistische Regierung von Präsident Nicolás Maduro auf die Straße gegangen. Die Demonstranten zeigten Transparente mit der Aufschrift "Wir sind frei" und skandierten "Sie wird stürzen, sie wird stürzen, diese Regierung wird stürzen".

Auch Maduros Anhänger hatten zu einer Großkundgebung aufgerufen. Der 23. Januar ist ein symbolisches Datum für das Land, weil an diesem Tag 1958 der letzte venezolanische Diktator Marcos Pérez Jiménez gestürzt wurde.

Opposition ruft zu Massendemonstrationen gegen Maduro auf
tagesschau 09:00 Uhr, 23.01.2019

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Der Präsident des entmachteten Parlaments, Juan Guaidó, rief die Streitkräfte auf, sich auf die Seite der Regierungsgegner zu stellen. Maduro kritisierte den Aufruf als "Show" von Oppositionellen, die auf eine "Destabilisierung" des Landes hinarbeiteten.

Unterstützung aus den USA für die Opposition

Die US-Regierung unterstützt die venezolanische Opposition. Laut der Agentur Reuters soll US-Präsident Donald Trump erwägen, Guaidó als Venezuelas Staatschef anzuerkennen. "Die Krise Venezuelas wird sich verschlimmern, bis die Demokratie wiederhergestellt ist", schrieb US-Vizepräsident Mike Pence in einem Gastbeitrag für das "Wall Street Journal". "Nicolás Maduro muss weg."

In den vergangenen Tagen hatte sich die politische Atmosphäre weiter aufgeheizt. Nach einem gescheiterten Aufstand von 27 Soldaten in einer Kaserne im Norden der Hauptstadt war es in Caracas zu Zusammenstößen zwischen Regierungsgegnern und der Polizei gekommen. Die 27 Meuterer wurden festgenommen.

Offenbar mehrere Tote bei Protesten

Vor den Großdemonstrationen in Venezuela sind laut der Polizei und der Nichtregierungsorganisation Beobachtungsstelle für soziale Konflikte (OVCS) mindestens vier Menschen bei nächtlichen Protesten ums Leben gekommen. Unter den Todesopfern sei auch ein 16-Jähriger, der in der Hauptstadt Caracas eine Schussverletzung erlitten habe, gab die OVCS bekannt. Die anderen Toten wurden aus dem südlichen Bundesstaat Bolívar gemeldet.

Proteste  für Präsident Maduro in Venezuela | Bildquelle: Miguel Gutierrez/EPA-EFE/REX
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Die Anhänger von Präsident Maduro gingen ebenfalls auf die Straße.

Zweifel an Legitimität Maduros

Maduro hatte am 10. Januar offiziell seine zweite Amtszeit angetreten. Amtlichen Ergebnissen zufolge war er im vergangenen Mai mit 68 Prozent der Stimmen bis zum Jahr 2025 wiedergewählt worden. Die Wahlbeteiligung lag unter 50 Prozent. Der größte Teil der Opposition hatte die Wahl boykottiert und erkennt das Ergebnis ebenso wenig an wie die EU, die USA und zahlreiche lateinamerikanische Länder.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. Januar 2019 um 18:00 Uhr.

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