Angespannte Stimmung an der Grenze zu Venezuela | Bildquelle: AP

Venezuela Angespannte Ruhe an der Grenze

Stand: 24.02.2019 22:38 Uhr

Die Lage an der kolumbianisch-venezolanischen Grenze ist angespannt, aber ruhig. Am Montag kommt Oppositionsführer Guaidó mit US-Vizepräsident Pence zusammen, um das weitere Vorgehen zu beraten.

Von Anne Herrberg, ARD-Studio Buenos Aires, zzt. Cúcuta

Der Konflikt um Hilfslieferungen nach Venezuela hält an - an den Grenzen zu Brasilien und Kolumbien gab es am Wochenende Tote und Verletze, Bilder von Chaos und Gewalt. In der brasilianischen Stadt Paracaima warfen wütende Demonstranten Steine auf die geschlossene Grenze, venezolanische Soldaten feuerten mit Tränengas und Schrotkugeln zurück.

Die UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet erklärte am Sonntag, sie verurteile die Gewalt. Die venezolanische Regierung müsse verhindern, dass ihre Streitkräfte unverhältnismäßige Mittel gegen unbewaffnete Demonstranten und gewöhnliche Bürger einsetzen.

Grenzen sind dicht

Im kolumbianischen Ort Cúcuta sind die Pakete mit Medikamenten und Nahrungsmitteln derweil zurück in Depots gebracht worden. Die Lage an den Grenzbrücken blieb vorerst ruhig, aber Hunderte Venezolaner sitzen in Kolumbien fest.

Einer von ihnen ist Victor Rangel. Normalerweise pendelt er regelmäßig zwischen den beiden Ländern hin und her. Doch nun sind die Grenzen geschlossen. "Das ist furchtbar, wir sitzen hier fest mit der ganzen Familie. Wir warten darauf, dass Maduro geht. Aber solange sitzen wir hier auf der Straße, mit den Kindern, und warten darauf, zurück in unser Land zu kommen. Das ist alles ein einziger Wahnsinn."

Mehrere Tote bei Maduros Blockade gegen Hilfsgüter
tagesschau 20:00 Uhr, 24.02.2019, Matthias Ebert, ARD Rio de Janeiro zzt. Cúcuta

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Verhärtete Fronten

Die Fronten im Machtkampf zwischen dem sozialistischen Staatschef Nicolas Maduro und dem selbsternannten Interimspräsidenten Juan Guaidó sind verhärtet. Wegen der Unterstützung Kolumbiens für die Hilfstransporte brach Maduro die diplomatischen Beziehungen zu dem Nachbarstaat ab. Am Wochenende präsentiert er sich vor seinen Anhängern in Caracas als Gewinner im Kräftemessen: "In Venezuela treffen die Entscheidungen nicht Donald Trump und die Gringo-Imperialisten, In Venezuela entscheidet nicht der Geck Ivan Duque und die kolumbianische Oligarchie. In Venezuela entscheidet der Souverän!"

Oppositionsführer Guaidó warf Maduro dagegen Menschenrechtsverbrechen vor und erklärte: "Die Welt hat in diesen Minuten und Stunden das wahre Gesicht der venezolanischen Diktatur gesehen." Der Kampf für Freiheit werde weitergehen. Auf Twitter schrieb er, angesichts der Gewalt müssten alle Optionen offengehalten werden, um die Freiheit für Venezuela wiederzuerlangen.

Treffen mit Pence

Am Montag wird Guaidó mit US-Vizepräsident Mike Pence und den lateinamerikanischen Außenministern der sogenannten Lima-Gruppe in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá zusammenkommen, um nächste Schritte zu besprechen. US-Außenminister Mike Pompeo erklärte, nun sei die Zeit zum Handeln gekommen, um dem verzweifelten venezolanischen Volk zu helfen.

"Es muss was passieren"

Die venezolanische Studentin Seilimar Farias, die genau wie Victor Rangel in Kolumbien festsitzt, fordert wie viele Anhänger Guaidós nun schnelle Antworten. "Wir warten darauf, was für Karten er nun noch im Ärmel hat. Es muss jetzt etwas passieren, das ist es, was Venezuela braucht."

Unterdessen haben Hlfsorganisationen wie die Malteser noch einmal davor gewarnt, humanitäre Hilfe für politische Zeile zu instrumentalisieren. Das wichtigste sei, den notleidenden Menschen zu helfen, in Venezuela und in den Nachbarländern, die in den letzten Jahren Millionen Flüchtlinge und Migranten aufgenommen haben.

Kolumbien - Angespanntes Warten an der Grenze zu Venezuela
Anne Herrberg, BR Buenos Aires
24.02.2019 22:53 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. Februar 2019 um 23:10 Uhr.

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