Venezuelas Präsident Nicolas Maduro und Peter Maurer, Präsident des Internationalen Kommittees des Roten Kreuzes bei einem Gespräch im Präsidentenpalast in Caracas. | Bildquelle: REUTERS

Krise in Venezuela Maduro lässt internationale Hilfen zu

Stand: 10.04.2019 16:14 Uhr

Fast ein Viertel der Venezolaner braucht laut UN dringend Hilfe. Präsident Maduro hatte sich aber lange geweigert, Hilfslieferungen ins Land zu lassen. Nun hat er sich bereit erklärt, mit dem Roten Kreuz zu kooperieren.

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat sich bereit erklärt, internationale Hilfen anzunehmen. Das erklärte Maduro nach einem Treffen mit dem Präsidenten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Peter Maurer. Er sei bereit "zur Errichtung eines Kooperationsmechanismus für internationale Hilfe und Unterstützung".

Bei der Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz müsse aber die rechtliche Ordnung Venezuelas respektiert werden, betonte Maduro bei Twitter. Die IKRK-Delegation hält sich seit Samstag in Venezuela auf. Das IKRK zeigte sich in einer Erklärung "besorgt über die ernsthaften Auswirkungen, die die aktuelle Situation auf Venezolaner hat, vor allem diejenigen, die keinen Zugang zur Grundversorgung haben".

Maduro hatte zuvor lange die Annahme von internationalen Hilfslieferungen verweigert und die venezolanische Grenze schließen lassen.

3,7 Millionen Menschen unterernährt

Nach Angaben der Vereinten Nationen brauchen fast ein Viertel der 30 Millionen Venezolaner dringend Hilfe. Einem UN-Bericht zufolge sind 3,7 Millionen Menschen und mindestens 22 Prozent der Kinder unter fünf Jahren unterernährt.

Die Bevölkerung des ölreichen Landes leidet seit Jahren unter den Folgen der Misswirtschaft. Maduro bestreitet hingegen, dass die Situation in seinem Land als humanitäre Krise bezeichnet werden könne.

Venezolanische Flüchtlinge | Bildquelle: Anne-Katrin Mellmmann
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Als Folge der Krise verlassen immer mehr Venezolaner ihr Heimatland.

Erneuter Stromausfall

Am Dienstag war erneut fast im ganzen Land der Strom ausgefallen. Mindestens 20 von 23 Bundesstaaten sowie die Hauptstadt Caracas waren betroffen, wie die Tageszeitung "El Nacional" berichtet. In den sozialen Netzwerken wurde gemeldet, dass es ab etwa 19 Uhr keinen Strom mehr gegeben habe. Die Ursache ist noch unklar. Die Regierung und auch der staatliche Energiekonzern Corpoelec äußerten sich bislang nicht.

In dem Krisenstaat Venezuela kam es in den vergangenen Wochen immer wieder zu großen Stromausfällen. Staatschef Maduro hatte die USA dafür verantwortlich gemacht und sie beschuldigt, "terroristische Attacken" gegen das venezolanische Energienetz zu verüben. Die Opposition macht dagegen fehlende Investitionen in das ohnehin marode Stromnetz verantwortlich. Der selbsternannte Übergangspräsident Juan Guaidó rief für diesen Mittwoch zu erneuten Massenprotesten gegen Maduro auf.

Der Machtkampf zwischen Maduro und Guaidó lähmt das Land schon seit Monaten. Guaidó wird von den USA und mehr als 50 weiteren Staaten unterstützt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. April 2019 um 13:00 Uhr.

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