Venezuelas Oppositionsführer Guaido streitet mit Soldaten vor dem Parlamentsgebäude in Caracas | Bildquelle: AP

Venezuela Guaidó erneut vereidigt

Stand: 08.01.2020 02:55 Uhr

Oppositionsführer Guaidó ist nach der Wahl-Farce vom Wochenende als Übergangspräsident Venezuelas wieder vereidigt worden. Zuvor mussten er und andere Oppositionelle eine Blockade der Nationalgardisten durchbrechen.

Von Anne-Katrin Mellmann, ARD-Studio Mexiko-Stadt

In Venezuela ist Oppositionsführer Juan Guaidó als Übergangspräsident wiedervereidigt worden. Nachdem er mit anderen Oppositionspolitikern die Blockade dutzender Nationalgardisten durchbrochen und sich so Zugang zum Parlament verschafft hatte, legte er den Amtseid ab. Der 36-Jährige schwor, er werde seine Pflichten im Namen derjenigen erfüllen, die in Venezuela keine Stimme mehr haben.

Am Sonntag war Guaidó nach heftigen Tumulten als Präsident der oppositionsdominierten Nationalversammlung bestätigt worden. Die Wahl konnte nicht im Parlamentsgebäude stattfinden, da Sicherheitskräfte den Oppositionsabgeordneten ebenfalls den Zutritt verweigert hatten. Nur die Minderheitsfraktion der regierenden Sozialisten nahm an der Sitzung teil und erklärte den Abgeordneten Luis Parra zum Parlamentspräsidenten.

Parra war nach Korruptionsvorwürfen im Dezember aus dem Oppositionsbündnis ausgeschlossen worden. Er soll einem Netzwerk angehören, das für den Import minderwertiger Lebensmittel für die notleidende Bevölkerung verantwortlich ist.

Parlamentspräsident Guaidó wird seit knapp einem Jahr von fast 60 Staaten als Übergangspräsident Venezuelas anerkannt.

Juan Guaidó als Übergangspräsident wiedervereidigt
Anne-Katrin Mellmann, ARD Mexiko City
08.01.2020 06:06 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 08. Januar 2020 um 06 23 Uhr.

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