Menschen warten auf den Start des "Venezuela Aid Live"-Konzert an der Grenze zu Venezuela, Kolumbien | Bildquelle: AFP

Venezuela Machtkampf auf der Bühne

Stand: 22.02.2019 09:12 Uhr

Der Machtkampf in Venezuela wird nun auch in Form von Konzerten ausgetragen: Heute soll es ein Benefizkonzert für die Bevölkerung geben. Maduro will mit einer Gegenveranstaltung kontern.

Von Anne-Katrin Mellmann, ARD-Studio Mexiko-Stadt

Die Tienditas-Brücke in Cúcuta, die einst gebaut wurde, um Kolumbien und Venezuela zu verbinden, steht an diesem Wochenende symbolisch für tiefe Gräben: zwischen beiden Ländern und zwischen Gegnern und Anhängern der sozialistischen Regierung von Nicolás Maduro. Der Machtkampf zwischen ihm und Interimspräsident Juan Guaidó wird auch auf dieser Brücke ausgetragen.

Ein Benefizkonert, ein Gegenkonzert

Zunächst künstlerisch untermalt durch einen Konzertmarathon auf beiden Seiten: Das Benefizkonzert "Venezuela Aid Live" in Kolumbien soll Geld für Hilfsgüter einspielen. Das nur etwa 300 Meter entfernte Gegenkonzert mit dem Titel "Hände weg von Venezuela" soll Regierungsanhänger mobilisieren. Maduro lehnt die ausländische humanitäre Hilfe ab, die in Cúcuta auf Weitertransport wartet. Aus seiner Sicht wäre das der Beginn einer militärischen US-Intervention:

"Was will Donald Trump von Venezuela? Unseren Reichtum, das Erdöl. Er hat diese sogenannte 'humanitäre Hilfe' erfundn. Vverfaulte, krebserregende Lebensmittel, die er jetzt mit Gewalt ins Land bringen will, nur weil ihm der Sinn danach steht."

Seit Übergangspräsident Guaidó die humanitäre Hilfe als Druck-Mittel gegen die Maduro-Regierung einsetzt, hat sich der Streit hochgeschaukelt.

Vorbereitungen für das Benefizkonzert für die venezolanische Bevölkerung | Bildquelle: AFP
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Vorbereitungen für das Benefizkonzert für die venezolanische Bevölkerung - organisiert vom britischen Milliardär Richard Branson.

Bühnenbau auf der Tienditas Brücke an der Grenze zu Kolumbien, Venezuela | Bildquelle: HECTOR PEREIRA/EPA-EFE/REX
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Die Maduro-Regierung will ein Gegenkonzert auf der venezolanischen Seite der Grenze veranstalten.

Kann die Musik den Konflikt entschärfen?

Der britische Milliardär Richard Branson will mithilfe von Musik entschärfen. Er organisiert das Benefizkonzert, auf dem viele Stars des Latino-Pop, aber auch Peter Gabriel auftreten werden. Branson ist der Meinung, wenn "wir die Soldaten überzeugen können, die Tienditas-Brücke zu öffnen, haben wir unser Ziel erreicht".

"Es würde bedeuten, dass Menschen, die an Krebs oder anderen Krankheiten leiden, nicht mehr sterben müssen, weil sie dann medizinische Hilfe bekommen. Auf der anderen Seite der Brücke werden eine Million Menschen warten - an ihrer Spitze Juan Guaidó - um Lebensmittel, Medikamente an die Menschen in Venezuela zu verteilen."

Hilfsgüter für Venezuela werden an Grenzen der Nachbarländer festgehalten
tagesschau 20:00 Uhr, Xenia Böttcher, ARD Mexiko-Stadt, Zzt. Cúcuta/Kolumbien

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Guaido in Cúcuta erwartet

Juan Guaidó hat sich bereits auf den langen Weg nach Cúcuta gemacht. Vor seiner Abfahrt erinnerte er in Caracas an die Hunderttausenden Freiwilligen, die sich gemeldet haben, um bei der Verteilung von Hilfsgütern zu helfen.

"Wir haben uns in ganz Venezuela organisiert. Die humanitäre Hilfe wird auf dem Land-, Luft- und Wasserweg zu uns kommen und schon bald werden wir einen humanitären Korridor öffnen".

Übergriffe auf Guaidos Fahrzeugkarawane?

Guaidós Kalkül ist: Wenn die Soldaten den Befehl verweigern und die Hilfe durchlassen, wäre die Maduro-Regierung erledigt. Danach sieht es im Moment aber nicht aus. Schon gibt es erste Berichte von Übergriffen der Nationalgarde auf Guaidós Fahrzeugkarawane.

Schützenhilfe bekommt der Interimspräsident kurz vor dem Stichtag in Cúcuta von der Bischofskonferenz: Um humanitäre Hilfe zu bitten oder sie anzunehmen, sei kein Verrat am Vaterland, sondern eine moralische Pflicht angesichts der dramatischen Engpässe, unter denen das Volk leide.

Showdown an der Grenze? Streit um Hilfsgüter droht zu eskalieren
Anne-Katrin Mellmann, ARD Mexiko City
22.02.2019 08:08 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 22. Februar 2019 um 05:55 Uhr.

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