Venezuelas Präsident Nicolas Maduro winkt. | Bildquelle: AFP

Streit über Hilfen für Venezuela Maduro schließt Grenze zu Brasilien

Stand: 22.02.2019 00:29 Uhr

Der Konflikt um humanitäre Hilfe für Venezuela eskaliert immer mehr: Präsident Maduro hat die Schließung der Grenze zu Brasilien angeordnet. Er hält die Hilfen für einen Vorwand für eine militärische Intervention.

Im Konflikt um die humanitäre Hilfe für Venezuela hat Präsident Nicolás Maduro die Schließung der Grenze zum Nachbarland Brasilien angeordnet. "Ab heute bleibt die Grenze zu Brasilien geschlossen", sagte der Präsident bei einer Sitzung mit ranghohen Militärs. Venezolaner nutzten die wenigen Stunden vor der Grenzschließung für Hamsterkäufe in dem brasilianischen Grenzort Pacaraima, berichtet die Nachrichtenagentur dpa mit Verweis auf das Portal G1.

Venezuela schließt Grenzen für Hilfsmittel aus Nachbarländern
tagesschau 15:00 Uhr, Xenia Böttcher, ARD Mexiko Stadt

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Nur noch Fußgänger kommen nach Kolumbien

Zuvor hatte die sozialistische Regierung bereits die Grenze zu den niederländischen Karibikinseln Curaçao, Aruba und Bonaire geschlossen. Die Grenze nach Kolumbien ist für Fahrzeuge schon seit Jahren weitgehend geschlossen. "Ich denke auch über die totale Schließung der Grenze nach Kolumbien nach", sagte Maduro. "Ich möchte eine offene Grenze ohne Provokationen und Aggressionen, aber als Staatschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte bin ich dazu verpflichtet, die Ruhe und den Frieden sicherzustellen."

Menschen in Cucuta an der Grenze Venezuela-Kolumbien | Bildquelle: AFP
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Menschen in Cucuta an der Grenze zwischen Venezuela und Kolumbien. Täglich verlassen viele Venezolaner dort das Land.

Fußgänger können die Grenze zwischen Venezuela und Kolumbien bislang noch passieren. Jeden Tag kommen Tausende Venezolaner über Fußgängerbrücken ins Land, um einzukaufen, zum Arzt zu gehen oder zu arbeiten. Zudem nutzen viele Venezolaner die Grenzübergänge, um dauerhaft das Land zu verlassen.

Maduro wittert eine Verschwörung

Maduro wirft der kolumbianischen Regierung von Präsident Iván Duque immer wieder vor, gemeinsam mit der venezolanischen Opposition und den USA eine Verschwörung gegen seine Regierung zu schmieden. "Ich mache Iván Duque für jede Art von Gewalt verantwortlich, die an der Grenze zwischen Kolumbien und Venezuela ausbrechen könnte".

Für Freitag ist auf der kolumbianischen Seite der Grenze ein Benefizkonzert für Venezuela geplant. Auf der anderen Seite der Grenze will Maduros Regierung unter dem Motto "Hände weg von Venezuela" ein Gegenkonzert veranstalten. In der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta stehen tonnenweise Hilfsgüter aus den USA für die notleidende Bevölkerung in Venezuela bereit.

Brasiliens Präsident unterstützt Maduros Gegner

Auch in Brasilien sollten Sammelstellen für Lebensmittel und Medikamente eingerichtet werden. Die brasilianische Regierung des rechtspopulistischen Präsidenten Jair Bolsonaro unterstützt im Machtkampf in Venezuela Maduros Gegenspieler, den selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó.

Juan Guaidó | Bildquelle: dpa
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Der selbsternannte Übergangspräsident Juan Guaidó hat sich am Morgen auf den Weg zur kolumbianischen Grenze gemacht.

Eine mögliche US-Militärintervention in Venezuela lehnt die brasilianische Regierung allerdings ab. Vize-Präsident Hamilton Mourão sagte, ein militärisches Vorgehen wäre "verfrüht und würde keinen Sinn ergeben". "Die Venezuela-Frage muss von den Venezolanern gelöst werden." US-Präsident Donald Trump hält sich die Option eines militärischen Vorgehens offen. "Ich denke, das ist mehr im Bereich der Rhetorik als der Aktion", sagte Mourão dazu.

Ein Sprecher der brasilianischen Präsidentschaft sagte außerdem, die von Maduro verkündete Schließung der Grenze zu Brasilien werde nicht zu "Reibungen" führen. Brasilien wolle aber logistische Unterstützung leisten, damit Hilfslieferungen aus Brasilien nach Venezuela gelangen könne.

Guaidó auf dem Weg zur Grenze

Präsident Maduro hält die Hilfslieferungen für einen Vorwand für eine militärische Intervention und hat die Streitkräfte angewiesen, sie nicht ins Land zu lassen. Guaidó hat angekündigt, die Hilfsgüter am Samstag mit Hilfe von Freiwilligen ins Land zu holen. Nach Angaben der Opposition wurden am Donnerstag weitere 50 Tonnen Hilfsgüter von Miami nach Curaçao geflogen.

Guaidó brach derweil mit einem Buskonvoi in Richtung der Grenze zu Kolumbien auf, um ausländische Hilfslieferungen ins Land zu holen. Gemeinsam mit Oppositionsabgeordneten startete er am Morgen in der Hauptstadt Caracas in Richtung der rund 900 Kilometer entfernten Grenze, wie ein Sprecher mitteilte. 

"Wir brechen mit leeren Fahrzeugen auf, aber wir werden beladen mit Kisten voller Hilfsgüter zurückkehren!" sagte die Oppositionsabgeordnete Delsa Solorzano, die an dem Konvoi teilnahm.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 21. Februar 2019 um 21:00 Uhr.

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