Verletzter in Venezuela  | Bildquelle: AFP

Zusammenstöße in Venezuela "Sie schlagen die Menschen nieder"

Stand: 24.02.2019 05:23 Uhr

Hunderte Venezolaner kamen in die Grenzstadt Cúcuta, viele mit weißen Rosen, die sie dem Militär übergeben wollten. Doch gesehen haben sie vor allem Gewalt. Niemand weiß, wie es nun weitergeht.

Von Anne Herrberg, ARD-Studio Buenos Aires, zzt. Cúcuta

Der Tag endete mit Chaos und Gewalt - mit Bildern von brennenden Lastwagen, Tumulten und der Nachricht, dass es Dutzende Verletze und auch Tote gegeben hat. Die Fronten im Machtkampf um Venezuela sind nach diesem Samstag verhärteter als zuvor.

"Sie schlagen die Menschen nieder, dort auf der venezolanischen Seite, Maduros bewaffnete Schlägertrupps", sagt John Beltrame. "Und hier schießen sie mit Tränengas. Wir sind gekommen, um für unsere Kinder und ein besseres Land zu kämpfen - sie antworten uns mit Tränengas."

Beltrame ist einer von Tausenden Freiwilligen, die sich gemeldet hatten, um dem Aufruf des selbsternannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó zu folgen und Tonnen von vor allem von den USA bereitgestellten Hilfsgütern über die Grenze nach Venezuela zu bringen, die seit Wochen in der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta lagern.

Menschen jeden Alters waren dabei, manche in Rollstühlen, viele trugen weiße Rosen bei sich - auch die Rentnerin Liliana Pardo. "Um sie den Militärs zu übergeben", sagt sie. "Damit sie ihre Waffen niederlegen und sich auf die richtige Seite der Geschichte stellen."

Mehrere Tote bei Maduros Blockade gegen Hilfsgüter
tagesschau 20:00 Uhr, 24.02.2019, Matthias Ebert, ARD Rio de Janeiro zzt. Cúcuta

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"Wir warten hier auf diesen Hampelmann"

Doch bis auf mittlerweile 60 bestätigte Überläufer befolgten die Sicherheitskräfte Venezuelas auch am Samstag weiter die Befehle des sozialistischen Staatschefs Nicolás Maduro. Der ließ bereits am Freitag die Grenzübergänge zu Cúcuta schließen.

Die Lkw mit den Hilfsgütern, die dennoch auf die wichtigsten Grenzbrücken rollten, wurden nicht durchgelassen. Sie seien eine Aggression gegen Venezuela, verkündete Maduro vor seinen Anhängern in der Hauptstadt Caracas. Und brach kurzerhand alle diplomatischen Beziehungen zu Kolumbien ab, neben den USA Guaidós wichtigster Verbündeter im Machtkampf.

"Wir warten hier auf diesen Hampelmann, diesen Clown mit den tausend Gesichtern", rief Maduro. "Soll er doch Wahlen ausrufen - ich fordere ihn ganz formell heraus, Wahlen einzuberufen, diesen Clown, diesen Hampelmann, diese Marionette des nordamerikanischen Imperialismus."

"Es gibt eine große Ungewissheit"

Gauidó will am Montag den US-Vizepräsidenten Mike Pence und lateinamerikanische Außenminister der Lima-Gruppe treffen. "Meine Verantwortung als beauftragter Präsident ist, weiter zu fordern, dass Hilfe ins Land kommt, die Wege für die Demokratie in unserem Land freizumachen und die Diktatur zu demaskieren", sagte er. Weitere Maßnahmen gegen die Maduro-Regierung sollten erörtert werden.

Der Student Renier Duquer ist frustriert, dass die Hilfsgüter nicht nach Venezuela gebracht werden konnten. Er erwartet klare Ansagen. "Ich weiß nicht, was jetzt passieren soll, es gibt eine große Ungewissheit. Aber wir sollten den Mut nicht verlieren. Was nötig wäre, denke ich, ist eine militärische Intervention."

Wie er sitzen Hunderte andere Venezolaner, die nach Kolumbien gekommen sind, um die Hilfslieferungen zu unterstützen, in Cúcuta fest. Seit gestern sei sie mit ihrem Sohn hier, sagt eine Frau. "Wir leisten unseren Teil. Seit gestern haben wir nichts gegessen. Sie haben uns Hilfe versprochen, haben uns als Köder missbraucht und selber haben sie sich aus dem Staub gemacht. So kann es nicht sein."

Kolumbien/Venezuela - Machtkampf an der Grenze eskaliert
Anne Herrberg, BR Buenos Aires
24.02.2019 09:35 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Februar 2019 um 08:55 Uhr.

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Anne Herrberg, BR

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