Brasilianische Polizisten stehen um brennende Baracken eines Lagers von Flüchtlingen aus Venezuela in der Grenzstadt Pacaraima.  | Bildquelle: GERALDO MAIA/EPA-EFE/REX/Shutter

Geflohene Venezolaner Brasilianer greifen Flüchtlingscamps an

Stand: 19.08.2018 11:47 Uhr

Tausende Venezolaner sind in den vergangen Monaten über Brasilien aus ihrem Land geflohen. In der brasilianischen Grenzstadt Pacaraima wurden nun zwei Flüchtlingslager überfallen.

Von Ivo Marusczyk, ARD-Studio Südamerika

Tausende Venezolaner verlassen ihr Land jeden Tag, weil die Versorgung dort zusammengebrochen ist. Doch jetzt schließen die Nachbarländer die Fluchtrouten und es gibt Übergriffe gegen die Flüchtlinge. In der brasilianischen Grenzstadt Pacaraima griffen Anwohner zwei Flüchtlingscamps an.

Ein Mob mit rund 2000 Menschen zerstörte Baracken und Hütten, die die Flüchtlinge aus dem Nachbarland Venezuela gebaut hatten. Angeblich soll zuvor ein Venezolaner einen brasilianischen Geschäftsmann überfallen haben.

500 Venezolaner flüchten täglich nach Brasilien

Im Norden Brasiliens kommen täglich bis zu 500 Venezolaner an. Im dem recht abgelegenen Teil Brasiliens sind die Behörden aber mit ihrer Versorgung überfordert. Gleichzeitig machten die Transitstaaten der wichtigsten Fluchtroute für venezolanische Flüchtlinge ihre Grenzen dicht.

Peru hatte angekündigt, nur noch Venezolaner mit Reisepässen ins Land zu lassen, daraufhin sperrte der Nachbarstaat Ecuador überraschend seine Grenze. Dort waren in letzter Zeit mehr als 4000 Menschen pro Tag angekommen, mit Bussen, per Anhalter oder zu Fuß, um sich in die wohlhabenderen Staaten im Süden durchzuschlagen, vor allem nach Chile.

Kolumbien bietet noch Schutz

Die Flüchtlinge sitzen jetzt in Kolumbien fest, das nördlich von Ecuador und Peru liegt. Reisepässe können sie in Venezuela praktisch nicht bekommen. Kolumbien hat bereits hunderttausende Menschen aus dem Nachbarland aufgenommen, aber das Gesundheitssystem ist inzwischen überlastet.

Südamerika - Grenzen dicht für Flüchtlinge aus Venezuela
Ivo Marusczyk, ARD Buenos Aires
19.08.2018 10:47 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info (Mittagsecho) am 19. August 2018 um 13:00 Uhr.

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