Juan Guaido spricht auf einer Kundgebung gegen das Maduro-Regime in Caracas | Bildquelle: REUTERS

Machtkampf in Venezuela Guaidó wünscht sich Botschafter in Berlin

Stand: 07.03.2019 21:09 Uhr

Der Machtkampf in Venezuela führt zu immer größeren diplomatischen Spannungen. Die EU kritisiert die Ausweisung des deutschen Botschafters. Der selbst ernannte Übergangspräsident Guaidó wendet sich mit einer Bitte an Deutschland.

Der selbst ernannte Übergangspräsident Juan Guaidó hat die Bundesregierung um die Akkreditierung eines seiner Vertrauten als Botschafter in Berlin gebeten. "Dem Auswärtigen Amt ist eine Mitteilung zugegangen mit der Bitte, Herrn Otto Gebauer als Vertreter des Interimspräsidenten Juan Guaidó wahrzunehmen. Wir beabsichtigen, mit Herrn Gebauer in Kontakt zu treten", sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes.

Gebauer ist ein ehemaliger Militär, der an einem gescheiterten Putsch gegen Nicolás Maduros Vorgänger Hugo Chávez 2002 beteiligt war.

Der deutsche Botschafter in Venezuela, Daniel Kriener, spricht bei einer Pressekonferenz mit dem selbst ernannten Übergangspräsidenten des Landes, Juan Guaidó (Archiv). | Bildquelle: RAUL MARTINEZ/EPA-EFE/REX
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Der deutsche Botschafter in Venezuela, Daniel Kriener, spricht bei einer Pressekonferenz mit dem selbst ernannten Übergangspräsidenten des Landes, Juan Guaidó (Archiv).

Erbitterter Machtkampf

Seit Wochen tobt ein erbitterter Machtkampf zwischen Maduro und der Opposition. Guaidó hatte sich am 23. Januar selbst zum Interimspräsidenten erklärt und Staatschef Maduro damit herausgefordert. Deutschland erkennt Guaidó als Übergangspräsident an.

Zuletzt erklärte Maduro den deutschen Botschafter Daniel Kriener in Caracas zur unerwünschten Person und verwies ihn den Landes. Die venezolanische Regierung wirft dem Top-Diplomaten vor, seine Kompetenzen überschritten und sich in die inneren Angelegenheiten des südamerikanischen Landes eingemischt zu haben.

Guaidó hatte trotz eines laufenden Ermittlungsverfahrens und einer Ausreisesperre das Land verlassen. Er kehrte am Montag zurück, Kriener erwartete gemeinsam mit anderen Diplomaten Guaidó am Flughafen von Caracas. Damit wollten sie offenbar verhindern, dass der Oppositionsführer bei seiner Rückkehr festgenommen wird.

Botschafter Kriener wird in Berlin erwartet

Bundesaußenminister Heiko Maas machte deutlich, dass Kriener bei dieser Aktion seine volle Rückendeckung hatte: "Das war nicht nur mit mir abgesprochen, sondern es war mein Wunsch und auch meine Bitte." Er habe sich bei dem Botschafter später telefonisch persönlich für seinen Einsatz bedankt.

Kriener wird am Samstag zu Beratungen in Berlin erwartet. Vor seiner Abreise wurde er von Guaidó in der Nationalversammlung empfangen. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es, Kriener und Guaidó hätten sich auch zu Fragen der künftigen diplomatischen Beziehungen ausgetauscht.

"Wir haben ihm gegenüber die Drohungen durch das unrechtmäßige Regime zurückgewiesen", schrieb Guaidó auf Twitter. Kriener habe ihm mitgeteilt, dass die deutsche Botschaft in Caracas geöffnet bleibe und während Krieners Abwesenheit von der Geschäftsträgerin Daniela Vogl weitergeführt werde.

Xenia Böttcher, ARD Mexiko City, zur Lage in Venezuela und der Ausweisung des Deutschen Botschafters
Morgenmagazin, 07.03.2019

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Kritik an Ausweisung

Die Ausweisung stieß auch in Europa auf Kritik. Machthaber Maduro eskaliere damit die bereits angespannte Lage weiter, erklärte der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Jürgen Hardt. Er forderte weitere Sanktionen gegen Maduro. Deutschland stehe fest an der Seite des selbst ernannten Interimspräsidenten Guaidó.

Auch der Europapolitiker Elmar Brok (CDU) verteidigte die Unterstützung Guaidós. Die letzte demokratische Institution in Venezuela sei das 2015 gewählte Parlament, sagte Brok im Deutschlandfunk. Als Parlamentspräsident sei Guaidó daher der legitime Übergangspräsident, da Maduro nicht rechtmäßig gewählt sei. Brok forderte baldige Neuwahlen.

Mogherini verurteilt Ausweisung

Auch die EU kritisierte die Ausweisung scharf. "Maßnahmen, die die diplomatische Arbeit behindern, tragen nur dazu bei, Spannungen zu verschärfen und einen politischen Weg aus dem Konflikt zu erschweren", sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini im Namen der 28 EU-Staaten.

Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 07. März 2019 um 05:38 Uhr.

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