Menschen laufen in der Dunkelheit durch Caracas. | AP

Nach Stromausfall "Angriff auf das venezolanische Volk"

Stand: 11.03.2019 09:11 Uhr

Noch immer sind in Venezuela viele Menschen ohne Strom. Augenzeugen berichten von teils chaotischen Zuständen. Die Regierung machte einen Cyberangriff aus den USA für den Stromausfall verantwortlich.

Auch nach mehr als einem Tag ist der landesweite Stromausfall in Venezuela noch nicht komplett behoben. Aus einigen Landesteilen melden Augenzeugen, dass es weiter keine Elektrizität gibt. Menschen standen an den Tankstellen Schlange, um Treibstoff für Stromgeneratoren zu bekommen. Einige zapften Benzin aus ihren Autos ab.

In einigen Krankenhäusern sollen chaotische Zustände herrschen. Angehörige würden versuchen, kranke Patienten im Dunkeln in andere Kliniken mit besserer Stromversorgung zu bringen. Im Universitätsklinikum in Caracas starb Berichten zufolge eine Frau, nachdem ihr Beatmungsgerät aufhörte zu arbeiten.

Menschen stehen an einer Tankstelle in Caracas an, um Treibstoff für Stromgeneratoren zu bekommen (Archivbild vom 08.03.2019). | AFP

Lange Schlangen an der Tankstelle: Die Menschen brauchen Treibstoff - auch für ihre Stromgeneratoren. Bild: AFP

Wieder Strom - aber nur kurz

In weiten Teilen der Hauptstadt Caracas und den angrenzenden Bundesstaaten konnte die Stromversorgung zwar wiederhergestellt werden - allerdings hielt das nur kurzzeitig an. Kurz darauf fiel der Strom erneut aus. Auf dem internationalen Flughafen von Caracas warteten Hunderte Menschen darauf, dass der Flugbetrieb wieder anläuft.

Venezuelas Regierung erklärte erneut, der massive Stromausfall sei durch einen Cyberangriff ausgelöst worden. Die Attacke habe einem Regulierungsmodul des Wasserkraftwerks Guri gegolten, sagte Kommunikationsminister Jorge Rodríguez. Die Anlage produziert 80 Prozent des Stroms für das Land.

Venezuelas Kommunikationsminister Jorge Rodríguez | REUTERS

Kommunikationsminister Rodríguez spricht von einem Cyberangriff. Bild: REUTERS

USA als Drahtzieher genannt

Rodríguez sprach vom "brutalsten Angriff, dem das venezolanische Volk in den vergangenen 200 Jahren ausgesetzt war". Er machte noch einmal den US-Senator Marco Rubio dafür verantwortlich. Er gilt als erbitterter Gegner von Präsident Nicolás Maduro. Rodríguez kündigte an, den Vereinten Nationen "Beweise" für die Verantwortung der USA vorzulegen.

Die Opposition um den selbst ernannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó macht dagegen fehlende Investitionen in das Stromnetz und Missmanagement der Regierung verantwortlich. Stromausfälle gehören in Venezuela beinahe zum Alltag.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 09. März 2019 um 09:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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krittkritt 09.03.2019 • 18:13 Uhr

Es gab über 100 internationale Wahlbeobachter!

@16:15 von karwandler Auch aus dem Bundestag. Und sie haben alle die formale Korrektheit der Wahl bestätigt. Die Wahl war verfassungskonform und also nicht "illegal". Zur Richtigstellung auch noch mal: Es gab 3 Gegenkandidaten. Der 2.platzierte erreichte 21% der Stimmen. Teile der Konservativen traten nicht an und riefen zum Wahlboykott auf. Die Wahlbeteiligung war niedriger als vorher, trotzdem noch höher als in den meisten US-Wahlen. Internationale Wahlbeobachter waren - wie immer in Venezuela seit Chavez - eingeladen. Wer nicht kommt, soll bitte hinterher den Mund halten. Ebenso wer sich mangels Aussicht nicht aufstellen ließ wie Guaidó, der ja bis zu seiner Selbsternennung bei 80% der Venezolaner unbekannt war.