US-Sicherheitsberater Bolton gestikuliert während einer Pressekonferenz | Bildquelle: AP

Appell an Maduro USA warnen vor Gewalt gegen Opposition

Stand: 28.01.2019 02:27 Uhr

Der Sicherheitsberater von US-Präsident Trump, Bolton, hat Venezuelas Staatschef Maduro gewarnt, Gewalt gegen US-Diplomaten oder Oppositionschef Guaido anzuwenden. Auf Twitter drohte er mit einer "erheblichen Reaktion".

Der Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, John Bolton, hat vor Gewalt gegen die venezolanische Opposition und US-Diplomaten gewarnt. Jede Art von Gewalt und Einschüchterung gegen US-Diplomaten, Venezuelas selbsternannten Interimspräsidenten Juan Guaido oder das von der Opposition dominierte Parlament "würde einen schweren Angriff auf die Rechtsstaatlichkeit darstellen" und werde eine "erhebliche Reaktion" nach sich ziehen, schrieb Bolton auf Twitter.

"Das venezolanische Volk unterstützen"

In diesem Zusammenhang sprach Bolton explizit das sozialistische Kuba an, dessen Unterstützung für Präsident Nicolas Maduros Sicherheits- und paramilitärische Kräfte bekannt sei. Im November hatte Bolton bereits ein härteres Vorgehen gegen Venezuela, aber auch gegen Nicaragua und Kuba angekündigt. Bolton nannte die drei Länder damals "die Troika der Tyrannei in dieser Hemisphäre".

Er fügte in einem weiteren Tweet hinzu: "Wir sind hier, um alle Nationen aufzufordern, die demokratischen Bestrebungen des venezolanischen Volks zu unterstützen, wenn es versucht, sich vom unrechtmäßigen ehemaligen Präsidenten Maduro zu befreien." Die USA wollten dem Land eine glänzende Zukunft bringen.

Australien und Israel erkennen Guaido an

Guaido, Chef des entmachteten Parlaments, hatte sich am Mittwoch zum Übergangspräsidenten Venezuelas ernannt. Die USA und viele lateinamerikanische Länder erkannten ihn bereits als neuen Präsidenten an. Am Sonntag schlossen sich Israel und Australien an. Australiens Außenministerin Marise Payne forderte einen "Übergang zur Demokratie in Venezuela so bald wie möglich."

Mehrere EU-Staaten, darunter Deutschland, setzten Maduro eine Frist von acht Tagen, um Neuwahlen auszurufen. Andernfalls würden auch sie Guaido anerkennen. Russland, China, der Iran und die Türkei hingegen halten weiter zu Maduro.

Venezuelas Präsident Maduro besucht eine Militärübung | Bildquelle: MIRAFLORES PRESS/HANDOUT/EPA-EFE
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Maduro besuchte am Sonntag eine Militärübung. Das Militär ist eine seiner wichtigsten Machtstützen.

Maduro besucht Militärübung

Maduro zeigte sich am Sonntag demonstrativ an der Seite des Militärs. Gemeinsam mit Verteidigungsminister Vladimir Padrino besuchte er eine Militärübung, bei der Soldaten Luftabwehrraketen, Panzergranaten und weitere Munition auf Manöverziele abfeuerten. Die Übung zeige der Welt, dass er die Rückendeckung der Armee habe und diese bereit sei, das Land zu verteidigen, sagte Maduro.

Guaido rief am Abend zu neuen Protesten auf. Am kommenden Mittwoch sollten die Menschen im ganzen Land gegen die Regierung von Maduro auf die Straße gehen. Die Armee solle sich dabei "an die Seite des Volkes stellen". Am Samstag solle es dann eine "große Mobilisierung in ganz Venezuela und auf der ganzen Welt" geben, sagte Guaidó in einem auf Twitter verbreiteten Video. Damit solle dem europäische Ultimatum an Maduro Nachdruck verliehen werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 28. Januar 2019 um 10:00 Uhr.

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