Ein Panzerwagen ist in Venezuela in Brand geraten. | Bildquelle: AP

Massenproteste in Venezuela Panzerwagen fährt Demonstranten an

Stand: 04.05.2017 08:09 Uhr

Bei neuen Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten ist in der venezolanischen Hauptstadt Caracas ein Panzerwagen in die Menge gefahren. Dabei wurden mehrere Menschen teils schwer verletzt. In einem anderen Stadtteil wurde ein 17-Jähriger getötet.

Die Unruhen in Venezuela finden kein Ende. Auf den Straßen kam es wieder zu heftigen Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten. In der Hauptstadt Caracas fuhr ein von Protestierenden in Brand gesteckter Panzerwagen in die Menge und verletzte mehrere Menschen teils schwer. Nach Angaben der Opposition wurden mehr als 150 Demonstranten verletzt, darunter mindestens vier Abgeordnete. Der Bürgermeister des Stadtteils Chacao sprach von mehr als 160 Verletzten, die allein im Krankenhaus von Chacao behandelt würden. Auch in anderen Städten kam es zu Protesten und Zusammenstößen.

Toter und Verletzte bei Protesten in Venezuela
tagesschau 12:00 Uhr, 04.05.2017

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Guevara durch Tränengasbombe verletzt

Viele Menschen hatten sich mit Gasmasken für die Proteste gerüstet. Vizepräsident Freddy Guevara wurde von einer Tränengasbombe getroffen und erlitt eine Beinverletzung. "Eine von seiner Diktatur verursachte Verletzung ist eine Ehrenmedaille", meinte er an die Adresse Maduros. Guevara ist einer der Hoffnungsträger der Opposition. Der 31-Jährige kommt aus der Studentenbewegung und will Neuwahlen erzwingen. Zudem fordert er die Freilassung politischer Gefangener. Er will die Proteste, die sich an zeitweiligen Entmachtung des von der Opposition dominierten Parlaments entzündet hatten, bis zum Erfolg fortführen. Guevara rief das Militär wiederholt zum Bruch mit Maduro auf.

Opposition fürchtet Errichtung von Diktatur

Seit Anfang April kommt es in Venezuela zu Massenprotesten, nachdem der mit regierungstreuen Mitgliedern besetzte Oberste Gerichtshof des Landes Ende März das Parlament entmachtet hatte, um die Opposition kaltzustellen. Die Unruhen in dem südamerikanischen Land nahmen allerdings zu, nachdem Präsident Nicolás Maduro am Montag ein Dekret unterschrieben hatte, das die Einberufung einer Versammlung vorsieht, um die Verfassung zu ändern. "Diese Verfassungsgebende Versammlung wird mit breiter Beteiligung aller Bürger über die Zukunft des Vaterlandes entscheiden", erklärte der Präsident.

Die Opposition fürchtet durch die geplante Zusammensetzung mit vielen Sympathisanten der Sozialisten Änderungen hin zu einer Diktatur. Zudem versuche Maduro damit, den geforderten Neuwahlen zu entgehen. Er bezichtigte erneut seine politischen Gegner, für die Eskalation verantwortlich zu sein.

Überraschende Kritik kam aus eigenen Reihen. Generalstaatsanwältin Luisa Ortega sagte dem "Wall Street Journal": "Wir können nicht ein friedliches und legales Verhalten von den Bürgern verlangen, wenn der Staat Entscheidungen trifft, die nicht mit dem Gesetz vereinbar sind." Sie verteidigte zudem die bestehende Verfassung mit einer bisher zumindest auf dem Papier noch bestehenden Gewaltenteilung.

Verwirrung um Oppositionsführer López

Unterdessen herrscht Unklarheit über den Gesundheitszustand des inhaftierten Oppositionsführers Leopoldo López. In Soziale Medien hatten sich Berichte verbreitet, López sei in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Lopez Frau hatte sich daraufhin zum Krankenhaus begeben, teilte wenig später aber mit, ihr sei gesagt worden, Lopez sei nicht eingeliefert worden.

Ursprung für die Berichte war offenbar ein Tweet des venezolanischen Journalisten Leopoldo Castillo, der sagte, der Politiker sei von einem Militärgefängnis außerhalb der Hauptstadt Caracas zu einem Krankenhaus gebracht worden. Castillo gab später an, sein Twitter-Konto sei nicht gehackt worden.

Versorgungskrise durch stark gefallenen Ölpreis

Venezuela ist trotz der größten Ölreserven der Welt unter Maduro in die schlimmste Versorgungskrise seiner Geschichte geraten, der Präsident führt das auf den zeitweise stark gefallenen Ölpreis zurück. Wegen der Bedienung der Auslandsschulden und einer Hyperinflation fehlen die Mittel, um die Einfuhr von ausreichend Lebensmitteln und Medikamenten zu bezahlen. Schlangen vor oft leeren Supermärkten und Menschen, die im Müll nach Essbarem suchen, sind Alltag. Zudem hat die Gewalt zugenommen: 2016 wurden fast 28.500 Menschen in Venezuela ermordet.

Neue Eskalation bei Protesten in Venezuela
A.-K. Mellmann, ARD Mexiko City
04.05.2017 07:05 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. Mai 2017 um 04:59 Uhr und 12:00 Uhr.

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