Verschiedene Sorten Paprika und anderes Gemüse  | Bildquelle: dpa

Arbeitsgericht in England Veganismus ist geschützte Weltanschauung

Stand: 03.01.2020 17:16 Uhr

Ein britisches Gericht hat ethisch motivierten Veganismus als philosophischen Glauben eingestuft. Die vegane Lebensweise fällt somit unter das Diskriminierungsverbot. Geklagt hatte ein überzeugter Veganer.

Eine aus ethischen Gründen vegane Lebensweise hat in Großbritannien den Status einer philosophischen Weltanschauung und ist damit vom Diskriminierungsverbot geschützt. Das entschied ein Arbeitsgericht im ostenglischen Norwich und schuf damit eine Präzedenzentscheidung.

Geklagt hatte ein 55 Jahre alter Mann, der nach eigenen Angaben wegen seiner Überzeugung von seinem Arbeitgeber, einer Tierschutzorganisation, entlassen wurde. Er habe Bedenken dagegen geäußert, dass der Rentenfonds der Organisation möglicherweise auch in Unternehmen investiert, die Tierversuche nutzen und sei daraufhin entlassen worden. Sein Arbeitgeber wirft ihm hingegen grobes Fehlverhalten vor.

"Respekt einer demokratischen Gesellschaft"

Das Gericht urteilte noch nicht über die Frage, ob die ethische Grundhaltung ausschlaggebend für die Kündigung war. Es urteilte aber, dass ethischer Veganismus "wichtig" sei und des Respekts einer demokratischen Gesellschaft würdig - so zitierte die BBC den Richter. Entscheidend war für das Urteil, dass der Kläger sich nicht nur vegan ernährt, sondern auch beispielsweise bei seiner Bekleidung auf tierische Materialien verzichtet.

Er sei "extrem glücklich", sagte der Mann nach der Urteilsverkündung. "Besserer Schutz bedeutet, dass mehr Veganer offener sein können hinsichtlich ihrer Überzeugungen. Das kann nur etwas Gutes sein für Milliarden von Tieren, die weiterhin von Menschen ausgebeutet werden."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Nova am 03. Januar 2020 in den Nachrichten innerhalb der Sendung "Grünstreifen" von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr.

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