Papst betet am Kreuzweg | Bildquelle: dpa

Kreuzweg-Zeremonie in Rom "Scham" über eine "zerbrochene Welt"

Stand: 31.03.2018 01:49 Uhr

Die Kreuzweg-Zeremonie ist einer der Höhepunkte der Osterfeierlichkeiten in Rom. In diesem Jahr äußerte Papst Franziskus "Scham" darüber, dass der Jugend eine "zerbrochene Welt" überlassen werde.

Papst Franziskus hat beim Kreuzweg am Kolosseum in Rom am Karfreitag an Gewalt und Kriege auch in der heutigen Welt erinnert. Vor rund 20.000 Menschen verlas der Pontifex ein Gebet, in dem er von der Scham sprach, den jungen Menschen eine "zertrümmerte Welt der Spaltung und der Kriege" zu hinterlassen, in der der Egoismus "die Jugendlichen, die Kleinen, die Kranken, die Alten" an den Rand dränge.

Die Prozession war der Höhepunkt der Karfreitagsfeierlichkeiten und erinnerte an das Leid Jesus Christus bei der Kreuzigung. Begleitet wurde sie aus Angst vor Anschlägen von erhöhten Sicherheitsvorkehrungen. Die Prozession stellt den Weg von Jesus Christus zum Kreuz in 14 Stationen nach, die jeweils von sogenannten Meditationstexten begleitet werden. In diesem Jahr hatten erstmals Jugendliche die Texte verfasst.

Papst hält Andacht beim Kreuzweg am Kolosseum
tagesschau 12:00 Uhr, 31.03.2018, Michael Schramm, ARD Rom

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Familie aus Syrien trägt Kreuz

Bei der Station, bei der Jesus ans Kreuz genagelt wird, heiß es: "Ich schaue mich um und sehe Augen, die auf das Display eines Smartphones starren und damit beschäftigt sind, in den sozialen Netzwerken andere auf ihre Fehler festzunageln - gnadenlos." Das Kreuz gaben sich dabei unterschiedliche Personen weiter. Auch eine Familie aus Syrien mit zwei kleinen Kindern war darunter.

Der 81 Jahre alte Papst trug das Kreuz nicht, sondern saß gegenüber des Kolosseums auf dem Palatinhügel auf einem Podest. In seinem Gebet beklagte er auch, dass "so viele Menschen und sogar einige deiner Amtsträger sich blenden ließen vom Ehrgeiz und vom Ruhm". Der Herr möge die Menschen vor "der Lepra des Hasses" retten.

Die Besucher schreckten auch Regen und strenge Kontrollen nicht ab. Sprengstoffhunde hatten schon vorab das Kolosseum abgesucht. Weil es in Italien in den vergangenen Tagen mehrere Festnahmen von Terrorverdächtigen gab, wurden die Sicherheitsvorkehrungen an allen zentralen Touristenorten erhöht. 10.000 Sicherheitskräfte sind über Ostern in Rom im Einsatz.

Der Papst bei der Karfreitagsmesse im Petersdom | Bildquelle: AP
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Bei der Messe zum Karfreitag im Petersdom legte sich der Papst auf den Boden und erinnerte an das Leiden und Sterben von Jesus Christus.

Papst legt sich auf Teppich und verharrt still

Auch am Petersdom, wo Franziskus vor dem Kreuzweg die Karfreitagsliturgie begonnen hatte, gab es noch mehr Sicherheitsschleusen als sonst schon. Zu Beginn der Feier legte sich der Papst auf einen Teppich und verharrte still. Der Prediger des päpstlichen Hauses rief junge Menschen danach dazu auf, sich unter Leidende und Ausgeschlossene zu mischen. So könne man sich von dem Prinzip lösen, das die Welt regiere, das sei "der pure Egoismus", sagte Raniero Cantalamessa, der traditionell die Predigt am Karfreitag spricht.

Nach dem christlichen Glauben wurde Jesus in der Nacht auf den Karfreitag verhaftet, gefoltert und anschließend von Pontius Pilatus zum Tod verurteilt. Am dritten Tag nach seinem Tod - die Rechnung bezieht Karfreitag als ersten Tag mit ein - ist Jesus nach christlicher Überlieferung auferstanden.

Sicherheitsvorkehrungen im Kolosseum in Rom | Bildquelle: dpa
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Sicherheitsvorkehrungen im Kolosseum in Rom. 10.000 Sicherheitskräfte sind über Ostern in der Stadt im Einsatz.

Tausende Menschen pilgern durch Jerusalem

Ostern ist das zentrale Fest des Christentums. Auch in Jerusalem kamen Tausende Menschen am Karfreitag zusammen. Pilger zogen in Prozessionen durch die Altstadt zur Grabeskirche. Am späten Vormittag führten die Franziskanermönche als Vertreter der katholischen Kirche Gläubige die Via Dolorosa zur Grabeskirche hinauf.

Mitglieder der evangelischen Kirche waren am frühen Morgen den Pilgerweg dann allerdings zur evangelischen Erlöserkirche gegangen. Am Ort der Grabeskirche soll nach christlicher Überlieferung Jesus begraben worden und wieder auferstanden sein.

Der Karfreitag fällt in diesem Jahr mit dem Beginn des jüdischen Pessach-Festes zusammen. Da es sich um ein Pilgerfest handelt, wird auch am Wochenende mit zahlreichen jüdischen Besuchern an der Klagemauer in Jerusalem gerechnet. Pessach erinnert an den Auszug der Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten.

Papst betet Kreuzweg am Kolosseum
Tassilo Forchheimer, ARD Rom
31.03.2018 07:24 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. März 2018 um 17:35 Uhr.

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