Eike Schmidt, deutscher Direktor der Uffizien-Gemäldegalerie Florenz, hält eine gerahmte Fotografie des Ölgemäldes "Vaso di Fiori"  in den Händen. | Bildquelle: dpa

NS-Raubkunst Deutschland gibt geraubte "Blumenvase" zurück

Stand: 29.06.2019 18:04 Uhr

Deutschland gibt das von den Nazis aus den berühmten Uffizien in Florenz geraubte Gemälde "Vaso di Fiori" an Italien zurück. Außenminister Maas plant eine entsprechende Reise. Damit könnte ein jahrelanger Ärger enden.

Seit Jahren kämpft Italien um die Rückgabe des Gemäldes "Vaso di Fiori", das im Zweiten Weltkrieg aus den Uffizien in Florenz geraubt worden war und in Deutschland wieder auftauchte. Nun könnte es schon bald zur der Übergabe der "Blumenvase" des holländischen Malers Jan van Huysum (1682-1749) kommen. Außenminister Heiko Maas und sein italienischer Amtskollege Enzo Moavero wollen dafür nach Florenz reisen, wie das Auswärtige Amt mitteilte. Möglicherweise bereits in diesem Sommer.

Noch ist das Bild in deutschem Privatbesitz, was die Angelegenheit lang erschwerte. Wie es zu der Familie kam, ist nach früheren Angaben ihres Anwalts unklar. Nach Angaben der Gemäldegalerie in Florenz war das Bild von Soldaten der Wehrmacht in den 1940er-Jahren aus dem Palazzo Pitti geraubt und über Bozen nach Deutschland gebracht worden.

Familie verweigerte Rückgabe

Mehrfach sei die besitzende deutsche Familie vom italienischen Staat aufgefordert worden, das Meisterwerk zurückzugeben, schrieben die Verantwortlichen der Uffizien vor wenigen Monaten auf ihrer Homepage. Ohne Erfolg. Deshalb hatte der deutsche Direktor der Uffizien, Eike Schmidt, eine schwarz-weiß-Kopie des Gemäldes aufhängen lassen, auf der in roten Buchstaben "rubato" steht - übersetzt: "gestohlen".

Doch der Ärger könnte nun ein Ende finden. Laut Auswärtigem Amt kehrt das Bild, das Blumen in einer Vase zeigt, an seinen ursprünglichen Platz in dem Museum zurück. Diesen hatte 1824 der toskanische Großherzog Leopold II. von Lothringen beim Kauf des Gemäldes bestimmt: die heutigen Uffizien in Florenz.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 29. Juni 2019 um 17:55 Uhr.

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