Polizisten am Tatort in Utrecht. | Bildquelle: AFP

Nach Schüssen in Utrecht Verdächtige Notiz im Fluchtauto

Stand: 19.03.2019 12:24 Uhr

Nach den tödlichen Schüssen in Utrecht gehen die Ermittler nun davon aus, dass der Täter ein terroristisches Motiv gehabt haben könnte. Zuvor hatten sich Hinweise über eine Beziehungstat verdichtet.

Nachdem die Ermittler im Fluchtwagen des mutmaßlichen Täters von Utrecht einen Brief gefunden haben, deutet sich eine neue Wende an: Die Polizei geht nun doch wieder davon aus, dass der Verdächtige ein terroristisches Motiv gehabt haben könnte. Sowohl das Schreiben im Fluchtauto als auch der Verlauf des Angriffs deuteten darauf hin. Andere Beweggründe würden aber weiterhin nicht ausgeschlossen.

Der 37 Jahre alte Gökmen T. war am Montagabend nach stundenlanger Fahndung festgenommen worden. Eine direkte Beziehung zwischen ihm und den Opfern gebe es nicht, teilte die Polizei mit. Zuvor war über eine Beziehungstat spekuliert worden.

Die Ermittler hätten den 37-Jährigen die ganze Nacht verhört, berichtet ARD-Korrespondentin Gudrun Engel. Die Polizei gebe aber keine Hinweise, was dabei herausgekommen sei.

Außer dem Hauptverdächtigen nahm die Polizei noch zwei andere Männer fest. Sie sind 23 und 27 Jahre alt und stammen ebenfalls aus Utrecht. Sie sind noch festgenommen und werden weiter verhört.

Krankenwagen stehen auf einer Straße in Utrecht | Bildquelle: dpa
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Krankenwagen stehen am Tatort in Utrecht. In der Straßenbahn wurden drei Menschen erschossen und mehrere verletzt.

Blumen am Tatort

In einer Straßenbahn in der niederländischen Stadt waren am Montag drei Menschen durch Schüsse getötet worden. Fünf weitere Fahrgäste wurden verletzt, drei von ihnen lebensgefährlich. Die Opfer waren eine 19 Jahre alte Frau aus Vianen und zwei Männer im Alter von 28 und 49 Jahren.

Ein Augenzeuge sagte dem Radiosender NOS, dass der Täter es seinem Eindruck nach gezielt auf eine Frau abgesehen hatte. Unter Bezug auf nicht näher benannte Verwandte von T. berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu davon, dass der Mann wegen einer Familienangelegenheit auf eine Frau geschossen habe. Er habe dann das Feuer auf Menschen eröffnet, die der Frau helfen wollten.

Am Tatort in Utrecht waren am Morgen Blumen niedergelegt worden.

Tatverdächtiger war polizeibekannt

Der in der Türkei geborene T. war bereits polizeibekannt. Laut ARD-Korrespondentin Engel kam er in den vergangenen sieben Jahren immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Medienberichten zufolge ist er bereits wegen versuchten Mordes verurteilt und stand zuletzt wegen des Verdachts einer Vergewaltigung vor Gericht. Laut dem Lokalsender RTV Utrecht war er schon im Jahr 2013 in eine Schießerei verwickelt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. März 2019 um 12:00 Uhr.

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