Einheiten der Polizei am Tatort in Utrecht/Niederlande | Bildquelle: AFP

Anschlag in den Niederlanden Verdächtiger von Utrecht gesteht Tat

Stand: 22.03.2019 20:41 Uhr

Der mutmaßliche Todesschütze von Utrecht hat sich zur Tat bekannt und erklärt, allein gehandelt zu haben. Das teilte die Staatsanwaltschaft mit. Ihm droht eine Verurteilung wegen Mordes in terroristischer Absicht.

Nach den tödlichen Schüssen in Utrecht ist der mutmaßliche Täter geständig. Der Mann gab zu, in der Tram geschossen und dabei drei Menschen getötet und fünf weitere verletzt zu haben. Der 37-Jährige habe zudem erklärt, allein gehandelt zu haben, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Frans Zonneveld.

Das Motiv werde noch untersucht. Die Behörde hatte gestern erklärt, man prüfe, ob sich private Probleme mit einer radikalen Ideologie gepaart hätten und es daher zu dem Angriff gekommen sei. Dazu soll unter anderem ein psychiatrisches Gutachten erstellt werden. Eine Beziehungstat schließt die Anklage mittlerweile aus. Es gebe auch keine Hinweise darauf, dass der Täter eines seiner Opfer gekannt hat, hieß es.

Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage wegen Mordes in terroristischer Absicht. Sie stützt sich dabei unter anderem auf einen Brief, der im Fluchtfahrzeug des Mannes gefunden wurde.

Passanten stehen an einem provisorischen Denkmal in der Nähe des Tatortes. | Bildquelle: dpa
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In der Nähe des Tatorts legten Menschen Blumen nieder, um an die Opfer zu erinnern.

Mehrfach vorbestraft

Der mutmaßliche Schütze war am Montagabend nach stundenlanger Fahndung festgenommen worden. Er befindet sich weiter in Untersuchungshaft. Gökmen T. war bereits polizeibekannt und kam in den vergangenen sieben Jahren immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Medienberichten zufolge ist er bereits wegen versuchten Mordes verurteilt und stand zuletzt wegen des Verdachts einer Vergewaltigung vor Gericht.

Die Ermittler werfen dem Verdächtigen Gökmen T. vor, am Montag in einer Straßenbahn in Utrecht um sich geschossen und dabei drei Menschen getötet zu haben. Sieben andere wurden verletzt, drei von ihnen schwer.

Schweigemarsch in Utrecht | Bildquelle: AFP
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Tausende nahmen am Schweigemarsch für die Opfer des Angriffs teil.

Tausende nehmen an Schweigemarsch teil

Die Tat hatte die Niederlande schwer geschockt. Es herrsche "Angst, Wut und Trauer" in der Stadt, sagte der Utrechter Bürgermeister Jan van Zanen. Bei einem Schweigemarsch am Abend betonte er: "Utrecht ist kein Ort für Hass und Gewalt." Tausende Menschen beteiligten sich an dem Marsch vom Hauptbahnhof zum Tatort, auch der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte war vor Ort.

Am Tatort, dem Platz des 24. Oktober, im Utrechter Viertel Kanaleneiland hatten bereits in den vergangenen Tagen Tausende Menschen Blumen niedergelegt und Kerzen angezündet. In Moscheen gedachten Gläubige in Freitagsgebeten der Opfer.

Über dieses Thema berichteten am 22. März 2019 Deutschlandfunk um 16:00 Uhr in den Nachrichten und tagesschau24 um 16:15 Uhr in den "Hundert Sekunden".

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