Passanten queren eine Straße in Washington | Bildquelle: AP

Stand der Auszählung Die große Zitterpartie

Stand: 05.11.2020 21:33 Uhr

Selten war der Ausgang einer US-Wahl so spannend: Das Rennen ums Weiße Haus ist weiter offen, in fünf umkämpften Bundesstaaten wird noch ausgezählt - mancher Vorsprung löst sich in Luft auf. Ein Überblick.

Joe Biden steht nach einer beispiellosen Zitterpartie kurz vor dem Einzug ins Weiße Haus. Dem demokratischen Herausforderer von US-Präsident Donald Trump fehlen nur noch wenige Stimmen zur erforderlichen Mehrheit von 270 Wahlleuten.

Entscheidend ist nun, wem es gelingt, die letzten offenen Bundesstaaten zu holen. Amtsinhaber Trump, der sich in der Wahlnacht vorzeitig bereits selbst zum Sieger erklärt hatte, hat ebenfalls noch Chancen. In mehreren Staaten schickte er Anwälte mit Klagen vor, um eine Niederlage auf juristischem Weg zu verhindern.

Joe Biden und Donald Trump | Bildquelle: AFP
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Joe Biden (l.) liegt derzeit im Präsidentschaftsrennen vor US-Präsident Donald Trump. Der frühere Vizepräsident kommt nach jetzigem Stand auf mindestens 253 der 270 Wahlleute, die er für einen Sieg braucht.

Die Wahl ist auch Stunden nach Schließung der letzten Wahllokale noch nicht entschieden. Momentan liegt Biden mit 253 Wahlleuten vor Trump, der 214 Wahlleute für sich gewinnen konnte. Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur AP und des TV-Senders Fox News hat Biden jedoch bereits 264 Wahlleute sicher. Der ehemalige Vize von Präsident Barack Obama bräuchte dieser Berechnung zufolge also nur noch einen einzigen Bundesstaat, um zu gewinnen.

In sechs Bundesstaaten läuft die Auszählung noch. Alaska gilt als republikanisches Stammland und geht deshalb sehr wahrscheinlich an Trump. Es bleiben somit fünf Staaten, auf die es ankommt - ein Überblick:

Arizona (11 Stimmen):

AP und Fox News hatten den Staat recht früh in der Wahlnacht bereits Biden zugeschlagen. CNN berichtete heute jedoch, dass Trump im Laufe der Auszählung aufholen konnte. Laut Edison Research kommt Trump nach Auszählung von 86 Prozent der Stimmen jetzt auf 48,1 Prozent und Biden auf 50,5 Prozent.

Die Stimmung in Arizona war gespannt. Vor einem Behördengebäude, wo Stimmen ausgezählt werden, versammelte sich in der Nacht eine große Gruppe von Trump-Anhängern. Mehrere hatten nach einem CNN-Bericht Waffen dabei.

Nevada (6 Stimmen):

Der Staat im Westen könnte die Entscheidung bringen. Biden hielt in der Nacht eine knappe Führung mit 49,3 Prozent zu 48,7 Prozent. Holt er sowohl Arizona als auch Nevada, hätte er genau 270 Stimmen.

Pennsylvania (20 Stimmen):

In dem hart umkämpften Staat Pennsylvania verringert sich der Vorsprung Trumps. Nach Auszählung von 91 Prozent der Stimmen kommt Trump laut Datenanbieter Edison Research nun auf 50,4 Prozent. Sein Kontrahent Biden liegt demnach bei 48,3 Prozent.

In dem Staat im Nordosten führte Trump zunächst klar. Biden holte aber auf, je mehr Briefwahlstimmen ausgezählt wurden. Bei den Briefwählern in Pennsylvania schnitt der Demokrat nach den bisherigen Ergebnissen deutlich besser ab als der amtierende Präsident. Dies könnte den Umschwung bringen. Mit einem Ergebnis wird hier erst am Freitag gerechnet.

Georgia (16 Stimmen):

Die Auszählung in Georgia nähert sich mit leichtem Vorsprung für Trump ihrem Ende. Laut Edison Research kommt der Präsident nach Auszählung von 96 Prozent der Stimmen weiterhin auf 49,6 Prozent. Biden legt demnach marginal zu und kommt auf 49,2 Prozent nach zuvor 49,1 Prozent.

North Carolina (15 Stimmen):

Auch in dem Ostküsten-Staat wird es eng. Trump galt in der Nacht noch als leichter Favorit. Er führt mit 50,1 Prozent, Biden erreicht 48,7 Prozent. Ausgezählt waren dabei 95 Prozent der Stimmen. Besonderheit: In North Carolina werden sogar noch Briefwahl-Stimmen gezählt, die bis zum 12. November eingehen - also neun Tage nach dem Wahltag.

Torben Börgers, ARD Washington, zur Stimmung in den USA
tagesschau24 19:00 Uhr, 05.11.2020

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Trump klagt in mehreren Bundesstaaten

Inzwischen geht Trump in verschiedenen Bundesstaaten juristisch gegen den Ablauf der Wahl vor - obwohl er bisher deutlich besser abschneidet als nach Umfragen erwartet. Vor der Wahl hatte das Statistikportal "FiveThirtyEight" nur eine Wahrscheinlichkeit von rund zehn Prozent für einen Sieg Trumps errechnet.

Biden verfehlte aber den von den Demokraten erhofften klaren Sieg und musste sich unter anderem in Florida und Texas dem republikanischen Präsidenten geschlagen geben.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. November um 17:00 Uhr.

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