Joe Biden | Bildquelle: REUTERS

Biden präsentiert Corona-Strategie "Uns steht ein dunkler Winter bevor"

Stand: 09.11.2020 18:54 Uhr

Die USA sind besonders hart von der Corona-Pandemie getroffen. Grund genug für den designierten Präsidenten Biden, schon vor Amtsantritt seine Corona-Strategie vorzustellen. Er beschwor die Amerikaner, die Pandemie nun gemeinsam zu bekämpfen.

Schon im Wahlkampf hatte der designierte US-Präsident Joe Biden keinen Zweifel daran gelassen, was für ihn und seine künftige Vize-Präsidentin Kamala Harris absolute Priorität der hat: Der Kampf gegen die Corona-Pandemie. Immerhin ist kein Land der Welt so hart getroffen und beklagt so viele Covid-19-Tote.

Biden schwört Amerikaner auf schwere Zeiten ein

Und obwohl Biden erst am 20. Januar in das Amt des US-Präsidenten eingeführt wird, ging der 77-Jährige bereits heute - wenige Stunden, nachdem er ein eigenes Expertengremium zur Pandemiebekämpfung eingesetzt hatte - vor die Presse, um die Grundzüge seiner Corona-Strategie darzulegen.

Der Kern von Bidens Botschaft: Den Amerikanern stehe ein "ein sehr dunkler Winter bevor". Denn auch wenn es erste Erfolge bei der Impfstoffentwicklung gebe - der US-Pharmariese Pfizer und das deutsche Biotech-Unternehmen Biontech stellten heute eine Wirksamkeitsstudie vor - werde es Monate dauern, bis ausreichend Impfstoff zur Verfügung stehe. Dann allerdings strebten die USA eine globale Führungsrolle im Kampf gegen die Pandemie an, sagte Biden. Und fügte hinzu: "Wir folgen der Wissenschaft".

"Die Maske ist kein politisches Statement"

Ein möglicher Impfstoff solle allen Amerikanern - unabhängig vom Krankenversicherungsstatus - gratis zur Verfügung gestellt werden, versprach Biden. Zunächst müsse es aber darum gehen, die besonders verletzlichen Risikogruppen zu schützen. Außerdem werde ein Impfstoff gerecht verteilt. Biden nannte hier ausdrücklich Schwarze, Latinos und Menschen asiatischer Herkunft, die härter von der Pandemie getroffen seien als andere.

Einmal mehr appellierte Biden an seine Landsleute, gemeinsam und über politische Differenzen hinweg alles zu unternehmen, um die Pandemie zu bremsen. Das Tragen von Masken sei hierfür essenziell: "Eine Maske ist kein politisches Statement", so Biden.

Biden und Harris bereiten Amtsübergabe vor

Bereits zuvor hatte Biden erste Schritte zur Vorbereitung seiner Amtsübernahme eingeleitet. Er und seine künftige Vizepräsidentin Harris starteten für die Übergangszeit bis zum 20. Januar - dem Tag der Vereidigung - eine Internetseite "BuildBackBetter.com" und ein Twitterkonto "@Transition46". Auf der Webseite werden die Prioritäten der neuen Präsidentschaft aufgelistet: Der Kampf gegen Covid-19, wirtschaftliche Erholung, der Kampf gegen Rassismus und Klimawandel. Sein Team werde "diese Herausforderungen ab dem ersten Tag angehen".

Künftiger US-Präsident Biden leitet Amtsübernahme ein
tagesschau 20:00 Uhr, 09.11.2020, Claudia Buckenmaier, ARD Washington

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Trump will weiter klagen

Während Biden den Einzug ins Weiße Haus vorbereitet, macht Amtsinhaber Donald Trump keine Anstalten, dort auszuziehen. Zwar mehren sich die Stimmen, die Trump auffordern, seine Niederlage endlich formal anzuerkennen, - unter anderem soll ihm dies seine eigene Frau Melanie geraten haben - aber Trump weigert sich weiter, dies auch zu tun.

Auf Twitter rief sich der amtierende US-Präsident immer wieder zum Sieger aus, erklärte die Wahl für noch nicht vorüber und sprach weiter von Wahlbetrug. Zuletzt schrieb er dort: "Seit wann geben die 'Lamestream-Medien' bekannt, wer unser nächster Präsident sein wird?"

Es sind bereits mehrere Klagen gegen den Wahlausgang anhängig - nach Angaben seines Anwalts Rudy Giuliani sollen weitere Klagen wegen des Vorwurfs des Wahlbetrugs folgen. "Die erste Klage wird in Pennsylvania sein." Er verfüge über "viele Beweise", sagte Giuliani.

Übergangsprozess blockiert

Die Weigerung Trumps, das Wahlergebnis anzuerkennen, stellt für die weitere Arbeit im Weißen Haus ein Problem dar: Die formale Anerkennung ist notwendig, um Gelder für den Übergangsprozess freizugeben. Auch Bidens Mitarbeiter können nur dann mit ihrer Arbeit beginnen, denn sie erhalten dadurch den notwendigen Zugang zu Regierungsgebäuden, zu E-Mails und Computersystemen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. November 2020 um 17:00 Uhr.

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