Anhänger von US-Präsident Trump vor dem Weißen Haus | Erin Scott/POOL/EPA-EFE/Shutters

US-Präsidentenwahlkampf Trump tritt wieder auf

Stand: 10.10.2020 21:49 Uhr

US-Präsident Trump ist nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus wieder in den Wahlkampf eingestiegen. Vor einigen Anhänger auf dem Rasen seines Amtssitzes sprach er über Recht und Ordnung - eines seiner zentralen Themen.

Zum ersten Mal seit seiner Rückkehr aus dem Krankenhaus ist US-Präsident Trump wieder öffentlich aufgetreten. "Ich fühle mich gut", sagte er vor mehreren hundert Anhängern, die sich unter einem Balkon des Weißen Hauses versammelt hatten. Der Präsident, der wegen einer Infektion mit dem Coronavirus drei Tage im Krankenhaus behandelt worden war, trug bei seinem Auftritt keine Atemschutzmaske.

Trump sieht Sieg gegen Virus

"Ich will, dass Ihr wisst, dass unsere Nation dieses furchtbare China-Virus besiegen wird", sagte Trump vor der jubelnden Anhängern. Die meisten von ihnen trugen Masken, hielten sich bei der Veranstaltung unter freiem Himmel jedoch nicht an die Abstandsregeln. "Es wird verschwinden, es verschwindet", sagte Trump über das Virus, durch das in den Vereinigten Staaten bereits mehr als 210.000 Menschen starben.

Nachdem sich eine Veranstaltung in seinem Amtssitz vor rund zwei Wochen zu einem "Superspreader-Event" entwickelt hatte, bei der sich zahlreiche Personen mit Covid-19 ansteckten, müssen diesmal alle Besucher eine Maske tragen, einen Fragebogen ausfüllen und ihre Temperatur messen lassen. Der Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Joe Biden, bezeichnete Trumps schnelle Rückkehr zu öffentlichen Auftritten als "rücksichtlos".

Trump redet über Lieblingsthema

Trumps 18-minütige Rede drehte sich vor allem um die Themen Recht und Ordnung. Die Corona-Diagnose hatte Trumps Wahlkampf nur wenige Wochen vor der Präsidentschaftswahl am 3. November jäh unterbrochen. Während der Amtsinhaber sich auskurieren musste, absolvierte sein demokratischer Herausforderer Biden mehrere Wahlkampfveranstaltungen in wichtigen Bundesstaaten. Der ehemalige Vize-Präsident liegt in landesweiten Umfragen zehn Prozentpunkte vor dem Amtsinhaber.

US-Präsident Trump auf dem Balkon des Weißen Hauses | REUTERS

"Fühle mich großartig" - US-Präsident Trump spricht vom Balkon des Weißen Hauses aus zu Anhängern. Bild: REUTERS

Bei Trump selbst wächst die Ungeduld, nach seiner Covid-19-Erkrankung aus dem Weißen Haus herauszukommen und sich wieder direkt an die Menschen zu wenden. Er wolle sich "direkt an die Amerikaner wenden, ohne den Filter durch die Medien", sagte Hogan Gidley, Sprecher seines Wahlkampfteams, dem Sender Fox News.

TV-Duell abgesagt

Zuvor war das für kommende Woche geplante zweite TV-Duell zwischen Trump und seinem Herausforderer Biden abgesagt worden. Diese Entscheidung teilte die für die Organisation der Präsidentschaftsdebatten zuständige Kommission mit.

Die Organisatoren hatten zunächst beschlossen, die Veranstaltung zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus virtuell auszutragen. Die Kandidaten sollten von unterschiedlichen Orten aus zugeschaltet werden, statt wie eigentlich üblich gemeinsam auf einer Bühne zu stehen. Trump lehnte das neue Format ab und erklärte, er werde unter solchen Bedingungen nicht teilnehmen.

Wahlkampfauftritt in Florida

Trump war infolge einer Coronavirus-Infektion an Covid-19 erkrankt und wurde drei Tage in einem Militärkrankenhaus behandelt. Er kehrte am Montag ins Weiße Haus zurück. Es ist nicht klar, ob er weiter ansteckend ist. Trump sagte in einem am Freitagabend ausgestrahlten TV-Interview, er sei getestet worden, habe die Werte aber noch nicht bekommen. Er sei aber virusfrei oder "am unteren Ende der Skala", behauptete er.

Für Montagabend plant Trump einen Wahlkampfauftritt in Florida - einem der wichtigsten Bundesstaaten für die bevorstehende Wahl. Trump liegt in den nationalen Umfragen hinter Biden, auch im Bundesstaat Florida, den er 2016 gewonnen hat.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 10. Oktober 2020 um 21:35 Uhr.

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KOMMENTARE

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Russy Pussy 11.10.2020 • 00:00 Uhr

@ Nettie

Denn dann hätte die Moderation die reelle Chance, die Einhaltung der Regeln durchzusetzen. Ich hätte auch schon im ersten Duell andere Regeln eingeführt: immer zwei Minuten Redezeit, bei 1:50 fängts Lämpchen an zu blinken und bei 2:00 machts Mikro klick. Und Trumps Zwischenrufe hätten nur die Lippenlesekundigen mitbekommen. Basta Mr. Prsidnt.