Donald Trump und Joe Biden während des TV-Duells. | Bildquelle: AFP

Erkenntnisse aus dem TV-Duell Trump fast präsidial, Biden läuft ins Leere

Stand: 23.10.2020 07:19 Uhr

Es war nicht so ein Spektakel wie in der ersten Runde. US-Präsident Trump ließ die Dampfwalze in der Garage, sein Herausforderer Biden musste die Rolle wechseln. Erste Erkenntnisse aus der finalen TV-Debatte.

Von Katrin Brand, ARD-Studio Washington

Donald Trump läuft die Zeit davon. Die Umfrageplattform Fivethirtyeight hat kurz vor der Debatte ausgerechnet, dass Trump nur eine Chance von zwölf zu 100 hat, die Wahl zu gewinnen, Joe Bidens Chancen stehen bei 88 zu 100. In US-weiten Umfragen führt Biden im Schnitt mit fast zehn Prozentpunkten. Die Fernsehdebatte war also die letzte größere Chance, Boden gut zu machen.

Hier sind die ersten Erkenntnisse aus der Nacht.

Der Stil: Schweigen ist Gold

An die Gurgel, fertig, los? Von wegen. Das Spektakel der ersten Debatte ging nicht in die zweite Runde. Nach 20 Minuten wurde mal dazwischen gequatscht, das war aber nichts im Vergleich zur ungebremsten Wut der ersten Debatte. Diesmal war es wirklich eine Art Austausch von Argumenten, wenn man Unterstellungen, Gemeinheiten und Lügen mal dazurechnet - da war der Präsident wie immer besser als Biden. Einfach Dinge zu behaupten und sich nicht davon abbringen zu lassen, das beherrscht Trump gut, und darüber werden seine Anhänger vor den Bildschirmen gejubelt haben.

Die TV-Debatte Trump vs. Biden und Analyse
Weltspiegel Extra, 23.10.2020

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Ansonsten hatte Trump seinen Beratern offenbar gut zugehört und die Dampfwalze in der Garage gelassen. Für seine Verhältnisse beinahe präsidial im Auftreten, beschränkte er sich darauf, ab und zu eine Grimasse zu ziehen oder mit dem Finger Kreise in die Luft zu malen. Biden musste die Rolle wechseln: vom Opfer, das umgehauen wird, zum Angreifer, der stichelt, provoziert und sein Gegenüber reizt. Sein Pech: Er hat sich im Wahlkampf so sehr auf den "netten Kerl" festgelegt, dass er einfach nicht so unverfroren Räuberpistolen verbreiten kann wie der Präsident.

Moderatorin Kristen Welker war exquisit vorbereitet. Den Vorwurf, sie sei zu nett zu Biden, kann man ihr nicht machen. Mit sachlicher Freundlichkeit hatte sie den Abend im Griff.

Biden: Bloß den Ball flach halten

Keine Fehler machen, das war Bidens Strategie, in der Hoffnung, dass Trump wie immer sein bester Feind sein würde. Das ging diesmal nicht auf. Der frühere Vizepräsident musste sich beinahe dafür verteidigen, dass er in der Corona-Krise weiter auf Vorsicht setzt, während Trump den Eindruck erweckt, als wäre das Land längst über den Berg. Bidens Bild vom dunklen Winter, der auf die USA wartet, gegen Trumps rosige Zukunft? Da fällt die Entscheidung leicht.

Gegen Trumps Angriffe auf vermeintliche Korruption in seiner Familie fand Biden kein Mittel. Da konnte er offenbar nicht genug Gift und Galle in sich mobilisieren, um gleichermaßen ätzend auszuteilen.

Das Klimathema am Schluss - da wurde es noch mal schwierig. Bei der ersten Debatte war nicht wirklich zu verstehen, was Biden vorhat, diesmal womöglich zu gut. Er will ein klimaneutrales Amerika, mit vielen neuen Jobs in der Wind- und Sonnenenergiebranche. Das werden die enthusiastischen Millennials und die Linken in Kalifornien mögen. Was aber womöglich hängen bleibt: Biden will die Ölindustrie abschaffen. Das wird sich Trump merken für die letzten Meter des Wahlkampfes: Hallo, Texas, Pennsylvania, Oklahoma und Ohio - wer ist der Präsident, der Eure Arbeitsplätze sichert?

Trump strampelt noch

Der Präsident schaffte es nicht nur, seine Impulse an die Leine zu legen und damit Biden ins Leere laufen zu lassen. Er ließ sich diesmal auch nicht von seinen eigenen Geistesblitzen ablenken, sondern hörte gut genug zu, um ein paar seiner Themen durchzubringen: Warum tut Biden, der seit fast 50 Jahren in der Politik ist und acht Jahre lang mit Barack Obama regiert hat, so, als wüsste er heute, wie man es besser macht? Warum spielt er jetzt den Freund der Schwarzen, wo er in den 1990er-Jahren umstrittene Anti-Drogen-Gesetze verabschiedet hat? Warum hat er nicht längst Nordkorea entwaffnet? Treffer, versenkt.

Dass seine Politik an der mexikanischen Grenze Hunderte Kinder von ihren Eltern getrennt hat, ist nichts, was Trump Tränen in die Augen treibt. Und die Menschen, die in der Nähe der texanischen Ölfelder an Krebs erkranken, haben doch so viel Geld verdient wie nie zuvor.

Für seine Fangemeinde brachte er zudem eine Menge Subtext unter: Bidens vermeintliche Verflechtungen mit Russland und China, der Job seines Sohnes Hunter, der rätselhafte plötzlich aufgetauchte Laptop mit angeblich erhellenden E-Mails.

Sudha David-Wilp mit einer Einschätzung zur TV-Debatte Trump gegen Biden
tagesschau 24 12:00 Uhr, 23.10.2020

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Inhalte? Da war doch was…

Ja, diesmal war tatsächlich etwas über Inhalte zu erfahren - etwas, immerhin. Trump will das Land "öffnen", er will, dass New York keine Geisterstadt mehr ist. Biden setzt auf Masken und Wissenschaft. Biden will Millionen von undokumentierten Einwanderern den Weg in die Staatsbürgerschaft verschaffen. Trump will dann doch endlich mal eine eigene Gesundheitsreform vorlegen.

Aber Trumps wichtige Botschaft bleibt, dass er gar kein Politiker sein und sich nicht mit so etwas wie Politik machen beschäftigen will. Er will der Außenseiter bleiben, auch nach vier Jahren im Amt.

Und jetzt? Noch elf Tage bis zur Wahl

Mehr als 40 Millionen Menschen haben bereits ihre Stimme abgegeben, per Brief oder persönlich. Der Anteil der Unentschiedenen liegt bei unter zehn Prozent. Unter normalen Umständen dürfte diese Debatte also nicht wahlentscheidend gewesen sein. Andererseits waren es vor vier Jahren nur ein paar knapp gewonnene Bundesstaaten, die den Ausschlag für Trump gegeben haben. Es ist noch nicht vorbei.

Biden vs. Trump: So war das letzte TV-Duell der Präsidentschaftskandidaten
Torsten Teichmann, ARD Washington
23.10.2020 06:53 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die ARD in einem Weltspiegel Extra am 23. Oktober 2020 um 02:40 Uhr.

Korrespondentin

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