Trump-Anhänger protestieren vor einem Behördengebäude in Arizona. | Bildquelle: AFP

Proteste in Michigan und Arizona Auszählen unter Polizeischutz

Stand: 05.11.2020 10:53 Uhr

In Michigan und Arizona protestieren Anhänger von US-Präsident Trump - sie fordern, die Auszählung der Stimmen zu stoppen. Laut CNN sind einige von ihnen bewaffnet. In Arizona schützt die Polizei ein Wahllokal. Auch Trump-Gegner protestieren.

Wütend sind Unterstützer von US-Präsident Donald Trump gegen die weitere Stimmenauszählung nach der Wahl auf die Straße gegangen. In den hart umkämpften Staaten Michigan und Arizona protestierten sie am Mittwoch vor Gebäuden, in denen Stimmen ausgezählt wurden.

In Arizona versammelten sich in der Nacht vor einem Wahllokal mehrere Anhänger Trumps, laut CNN waren einige von ihnen mit Gewehren und Pistolen bewaffnet. Die Menge vor dem Maricopa County Elections Department in Phoenix skandierte "Stoppt den Diebstahl" und "Zählt meine Stimme".

Mehrere Polizisten sperrten den Eingang ab. Drinnen waren Wahlbeobachter von Demokraten und Republikanern, zudem wurde die Auszählung die gesamte Zeit über online gestreamt.

Ausgang in Arizona mit entscheidend

Der Ausgang der Abstimmung in Arizona könnte mit darüber entscheiden, ob am Ende Trump oder sein Herausforderer Joe Biden die Wahl gewinnt. Nach aktuellem Stand liegt Biden in Arizona hauchdünn vor Trump.

Einige Medien haben Biden den Bundesstaat bereits zugesprochen, Trumps Wahlkampfstab besteht jedoch darauf, dass die Entscheidung noch nicht gefallen sei.

Anhänger protestierten auch in Detroit in Michigan mit ähnlichen Parolen. Die Polizei hielt sie davon ab, in einem Gebäude in einen Bereich vorzudringen, wo Stimmen ausgezählt wurden.

Proteste auch von der Gegenseite

Es gab aber auch Proteste von der anderen politischen Seite - in New York City und Seattle etwa gingen Tausende Menschen auf die Straße, um die Auszählung aller abgegebenen Stimmen zu fordern. In New York City wurden dabei laut Polizeiangaben 50 Menschen festgenommen.

In Portland im US-Staat Oregon kam es zu Gewalt in der Innenstadt. Nach Behördenangaben warfen Demonstranten Flaschen und andere Gegenstände auf Einsatzkräfte und zertrümmerten Schaufenster. Ein Mann wurde verdächtigt, einen Molotow-Cocktail geworfen zu haben. Die Polizei beschlagnahmte mehrere Waffen, darunter ein geladenes Gewehr, ein Messer, Hammer und Feuerwerkskörper. Elf Menschen wurden festgenommen. Hunderte Polizisten und Nationalgardisten waren im Einsatz.

Notstand in Portland verlängert

Zuvor hatten mehrere linksgerichtete und antikapitalistische Gruppen friedlich in einem Park in der Innenstadt mit Musik und Vorträgen demonstriert. Eine weitere Gruppe von Demonstranten am Fluss der Stadt erklärte, die Wahlergebnisse schützen zu wollen und schwenkte Transparente mit der Aufschrift "Zählt jede Stimme".

Die Gouverneurin des US-Bundesstaats Oregon, Kate Brown, verlängerte den zuvor bereits für die Wahlnacht ausgerufenen Notstand.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 05. November 2020 um 11:00 Uhr.

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