Eine Frau füllt den Wahlzettel aus. | Bildquelle: MICHAEL REYNOLDS/EPA-EFE/Shutter

US-Wahl Der Kampf um den Kongress

Stand: 31.10.2020 11:26 Uhr

Die USA stimmen am Dienstag nicht nur über den Präsidenten ab - auch ein großer Teil der Sitze im Kongress wird neu besetzt. Besonders der Kampf um die Mehrheit im Senat ist spannend.

Von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

Die US-Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez und ihre Parteikollegin Ilhan Omar machen Wahlkampf im Netz. In einem dreistündigen Livestream spielen sie das Computerspiel "Among Us" und suchen mit anderen Mitspielern den Verräter in den eigenen Reihen.

Ocasio-Cortez und Omar gehören zu einer Gruppe von progressiven Abgeordneten innerhalb der Demokratischen Partei, denen 2018 der Einzug ins Repräsentantenhaus gelungen war.

Die beiden demokratischen Kongressabgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez und Ilhan Omar | Bildquelle: AFP
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Auch sie kämpfen derzeit um Stimmen: die Kongressabgeordneten Ocasio-Cortez und Omar.

Patriotismus auf allen Seiten

Ilhan Omar, die aus Somalia stammt und als erste Abgeordnete im Kongress Kopftuch trägt, wird von Präsident Donald Trump immer wieder mit Schmähungen überzogen. Auf Twitter und im Fernsehsender MSNBC setzte sich Omar zur Wehr:

"Ich würde vorrechnen, dass nicht nur Somalis wie ich selbst, sondern auch die Gouverneurin von Michigan und die Sprecherin des Repräsentantenhauses das Land viel mehr lieben als der Präsident, der alles zerstört, wofür dieses Land einmal stand. Aber wir stellen nicht seine Liebe für das Land in Frage, sondern seine Liebe zu führen und zu regieren."

Wie Präsident Trump steht auch die Abgeordnete Omar wieder zur Wahl. Deshalb das Gedaddel. Insgesamt gilt es im Moment als sicher, dass die Demokraten mit Omar zusammen ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus halten können.

Übernehmen die Demokraten die Macht im Senat?

Wichtiger im Rennen um die Macht in Washington ist aber der Senat, die zweite Kammer des US-Kongress. Dort haben bisher die Republikaner die Mehrheit.

Wenn nötig, singt Senatorin Martha McSally bei ihrem Wahlkampf in Arizona schon mal selbst. Patriotisch will sie wirken. "Wir kämpfen um die Seele unseres Landes, um unsere Zukunft. Und Arizona ist der dramatische Ausgangspunkt. Wir sind Ground Zero für das Rennen um die Präsidentschaft und die Mehrheit im Senat." Sie tritt gegen den früheren Astronauten Mark Kelly von den Demokraten an.

Stets dieselben Themen

Es ist das teuerste Rennen auf Ebene der Bundesstaaten. Die Themen aber sind die gleichen wie überall: Rassismus, Polizeigewalt, die Corona-Gesundheitskrise. McSally fragt ihren Herausforderer in einer Fernsehdebatte, ob er es für richtig hält, dass der Präsident die Grenze zu China bei Ausbruch der Pandemie geschlossen hat.

Seine Antwort: "Ja, dem stimme ich zu. Aber, Senatorin, Sie verstehen das als frühere Pilotin: Ihr habt den ersten Schritt des Notfall-Protokolls befolgt. Und dann habt ihr nichts mehr getan." Insgesamt vier weitere Senatorenposten müssten die Demokraten gewinnen, um die Mehrheit der Republikaner zu brechen.

Auch eine Flagge steht zur Wahl

In vielen Bundesstaaten stehen aber noch andere Entscheidungen auf dem Wahlzettel. So müssen Bewohner in Mississippi entscheiden, ob die neue Flagge des Staates eine Magnolie tragen soll. Die bisherige Fahne mit der Flagge der Südstaaten hatte das Parlament im Sommer endgültig kassiert.

Aber es gibt nicht nur Streit: Im Bundesstaat Utah bewerben sich Spencer Cox und Chris Peterson um das Amt des Gouverneurs. Beide gehören der Glaubensgemeinschaft der Mormonen an - vielleicht hat das geeint. Jedenfalls hat ihr aktueller Wahlspot für Aufsehen gesorgt, in dem sie gemeinsam auftreten.

Wem der Aufruf zu einem zivilisierten Umgang mehr geholfen hat, Cox oder Peterson, wird sich ebenfalls am 3. November zeigen - am Tag der Präsidentenwahl und so vieler anderer Entscheidungen.

Kongress und Senat – wer will rein und worüber wird noch abgestimmt?
Torsten Teichmann, ARD Washington
31.10.2020 10:37 Uhr

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Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 31. Oktober 2020 um 13:20 Uhr.

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