Ein Plakat mit der Aufschrift "Early Voting here!" ("Frühe Stimmabgabe hier!") ist an einem Zaun befestigt. | AFP

US-Präsidentenwahl Schon jetzt halb so viele Wähler wie 2016

Stand: 28.10.2020 07:50 Uhr

Noch knapp eine Woche bis zur US-Wahl - mehr als 69 Millionen US-Amerikaner haben aber bereits gewählt. Wegen der Corona-Pandemie machen besonders viele Wahlberechtigte von ihrem Recht Gebrauch, ihre Stimme schon vor dem Wahltag abzugeben.

Knapp eine Woche vor der Präsidentenwahl in den USA haben bereits mehr als 69 Millionen Amerikaner ihre Stimme abgegeben. Das entspricht mehr als der Hälfte aller Stimmen, die bei der Wahl vor vier Jahren insgesamt abgegeben wurden, wie aus Daten des "U.S. Elections Project" des Politikwissenschaftlers Michael McDonald von der Universität Florida hervorging. 2016 nahmen der Wahlkommission FEC zufolge rund 137 Millionen Amerikaner an der Wahl teil.

Hohe Beteiligung in Texas, Florida und North Carolina

Besonders hoch war die frühe Stimmabgabe dabei im stark umkämpften US-Bundesstaat Texas, in dem schon etwa 87 Prozent der Gesamtzahl an Wählern von vor vier Jahren abgestimmt haben. Hoch ist die Beteiligung auch in den wichtigen Bundesstaaten Florida und North Carolina.

Wegen der Coronavirus-Pandemie war bereits erwartet worden, dass mehr Wahlberechtigte als sonst von der Möglichkeit Gebrauch machen würden, ihre Stimme vor dem eigentlichen Wahltag persönlich oder per Briefwahl abzugeben. An vielen Orten bildeten sich dennoch Schlangen vor den Wahllokalen.

Wahlberechtigte in New York stehen in einer Schlange, um ihre Stimme schon vor dem Wahltag abzugeben. | AFP

Auch in New York mussten Wahlberechtigte Geduld mitbringen. Bild: AFP

Bei der Wahl am 3. November tritt der republikanische US-Präsident Donald Trump gegen den demokratischen Herausforderer Joe Biden an. Außerdem werden alle Sitze im Repräsentantenhaus und gut ein Drittel der Sitze im Senat neu vergeben.

Biden ruft zu früher Stimmabgabe auf

Nach den Daten des "U.S. Elections Project" scheinen bislang erheblich mehr registrierte Demokraten als Republikaner gewählt zu haben. Die Registrierung bei einer Partei sagt nicht unbedingt etwas über das Stimmverhalten aus, Beobachter vermuten aber, dass die frühen Wähler zu einem größeren Teil für Biden stimmen.

Das Wahlkampfteam des demokratischen Herausforderers hatte Anhänger aktiv zur frühen Stimmabgabe aufgerufen, während Trump die Briefwahl immer wieder und ohne fundierte Belege mit Betrug in Verbindung gebracht hatte.

Umfragen sehen derzeit Biden vorn

Derzeit schneidet Trump in Umfragen relativ schlecht gegen Biden ab. Auch in entscheidenden Bundesstaaten deuten sie auf einen Vorsprung Bidens hin. Wegen des komplexen Wahlsystems haben die Erhebungen jedoch nur begrenzte Aussagekraft.

Amtsinhaber Trump rechnet eigenen Aussagen zufolge aber weiterhin mit einem Wahlsieg. Er ist im Moment auf Wahlkampftour mit teilweise mehreren Reden pro Tag vor Tausenden Teilnehmern. Bidens Veranstaltungen sind - mit Rücksicht auf die Corona-Abstandsregeln - deutlich kleiner.

Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin im Ersten am 28. Oktober 2020 um 07:45 Uhr.

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Moderation 28.10.2020 • 12:41 Uhr

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