Wahlhelfer zählen Stimmen bei der US-Präsidentenwahl aus. | Bildquelle: AFP

Zwischenstand der US-Wahl Kopf an Kopf

Stand: 04.11.2020 06:13 Uhr

In der Hälfte aller US-Bundesstaaten stehen die Sieger bereits fest - US-Präsident Trump und sein Herausforderer Biden liefern sich ein enges Rennen. Mit Spannung werden nun die Ergebnisse aus den Swing States erwartet.

Nach Auszählung eines Großteils der Stimmen in mehr als der Hälfte der US-Bundesstaaten haben sich sowohl der republikanische Amtsinhaber Donald Trump als auch sein demokratischer Herausforderer Joe Biden erste Teilerfolge bei der Präsidentenwahl sichern können. Nach Daten des Meinungsforschungsinstituts NEP/Edison liegt Biden bei der Zahl der Wahlleute derzeit vor Trump. Allerdings sind die Stimmen in den großen und bedeutenden Swing States noch nicht ausgezählt worden. Die bisherigen Siege waren erwartet worden.

Biden konnte sich demnach in den Bundesstaaten New York, New Hampshire, Connecticut, Colorado, Illinois, New Mexico, Vermont, Massachusetts, New Jersey, Delaware, Maryland, Oregon, Washington, Kalifornien, Virginia und DC durchsetzen. Er kommt damit nach aktuellem Stand auf die Stimmen von 205 Wahlleuten.

Trump hingegen siegte in Indiana, Kentucky, Tennessee, West Virginia, Oklahoma, Alabama, Louisiana, Arkansas, South Carolina, North Dakota, South Dakota, Utah, Kansas, Missouri, Wyoming, Ohio, Idaho und Nebraska. Damit sicherte er sich die Stimmen von 136 Wahlleuten - wobei in Nebraska aufgrund einer Sonderregelung noch Wahlleute für einzelne Distrikte hinzukommen könnten. Um Präsident zu werden, braucht ein Kandidat die Stimmen von mindestens 270 Wahlleuten.

Swing States stehen noch aus

Während in den ersten Bundesstaaten bereits Ergebnisse vorliegen, sind die Wahllokale in anderen Teilen der USA noch geöffnet. Mit großer Spannung werden die Ergebnisse in den großen Swing States erwartet - in Bundesstaaten wie Florida oder Pennsylvania ist das Rennen traditionell knapp, gleichzeitig stellen sie aber viele Wahlleute. Viele der Swing States befinden sich zudem im Mittleren Westen. Mit einem Ergebnis der US-Wahl ist wohl nicht vor dem frühen Morgen zu rechnen.

Die beiden Präsidentschaftskandidaten nutzten den Wahltag für letzte Botschaften an ihre Unterstützer. Während eines Besuchs bei seinen Wahlkampfhelfern in Arlington bei Washington zeigte sich Trump erneut siegessicher. "Ich glaube, wir werden eine großartige Nacht haben", sagte er. Auf die Frage, ob er für den Fall eines Sieges oder einer Niederlage bereits Reden vorbereitet habe, antwortete er, dass er darüber noch nicht nachdenke. Er hoffe aber, dass das Ergebnis schnell feststehe. "Gewinnen ist leicht", fügte er hinzu. "Verlieren ist nie leicht. Nicht für mich."

"Wir wählen Hoffnung statt Angst"

Herausforderer Biden machte seinen Anhängern in Philadelphia noch einmal Mut. "Wir wählen Hoffnung statt Angst. Wir wählen die Wahrheit statt Lügen. Wir wählen Wissenschaft statt Fiktion", rief er einigen Dutzend Menschen in der Großstadt durch ein Megafon zu. Er versprach seinen Anhängern dabei, sie ernst nehmen zu wollen und Fehler einzugestehen: "Ich verspreche Euch, ich werde meine Worte Euch gegenüber niemals brechen."

Unterstützung erhielt Biden erneut vom demokratischen Ex-Präsidenten Barack Obama. Er rief dazu auf, seinen ehemaligen Vize zu wählen. Dieser habe ihn zu einem besseren Präsidenten gemacht, so Obama. „Er war acht Jahre lang der letzte im Raum, wann immer ich eine große Entscheidung treffen musste.“

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. November 2020 um 08:00 Uhr.

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