Christopher Wray | Bildquelle: AP

US-Geheimdienste Iran und Russland mischen sich in Wahl ein

Stand: 22.10.2020 04:48 Uhr

Die US-Geheimdienste werfen dem Iran und Russland vor, sich in die US-Wahl einzumischen. Sie hätten Wählerdaten erbeutet und würden Falschinformationen streuen, um Verwirrung zu stiften.

Von Katrin Brand, ARD-Studio Washington

Geheimdienstkoordinator John Ratcliffe und FBI-Direktor Christopher Wray wandten sich am Abend direkt an die Amerikaner: "Wir stehen hier vor Ihnen, um Ihnen zu sagen, dass wir das im Griff haben und um Sie mit dem mächtigsten Werkzeug zu versorgen, das wir haben, um diese Versuche zu bekämpfen: Wahrheit und Information", sagte Ratcliffe.

Russland und Iran haben, so berichteten sie, versucht, sich in die Wahlen vom 3. November einzumischen. Der Iran sei verantwortlich für einschüchternde Mails, die in mehreren Bundesstaaten an registrierte Wähler der Demokraten verschickt worden waren, darunter in Florida und Pennsylvania, zwei der Staaten, die beide Kandidaten unbedingt gewinnen wollen.

Daten aus Wählerverzeichnissen benutzt

In den Mails wurden die Wähler bedroht und aufgefordert, für Donald Trump zu stimmen. Absender war angeblich die rechtsextremistische Gruppe "Proud Boys". Für die Droh-Mails wurden offenbar Daten aus Wählerverzeichnissen benutzt.

Außerdem habe der Iran unter anderem ein Video veröffentlicht, in dem behauptet wird, es sei möglich, gefälschte Stimmzettel abzugeben, auch von außerhalb der USA. Ratcliffe weiter: "Obwohl wir solche Aktivitäten von Russland bisher nicht gesehen haben, wissen wir, dass sie ähnlich wie 2016 an Wähler-Daten gelangt sind."

FBI-Chef mahnt 

Ziel sei es, Verwirrung zu stiften, sozialen Unfrieden zu schüren und Präsident Trump zu schaden. Es handelt sich um verzweifelte Versuche verzweifelter Gegner. Die Amerikaner sollten überzeugt davon sein, dass ihre Stimme zähle, sagte FBI-Chef Wray. "Wir fordern alle auf, sich Informationen über die Wahl von verlässlicher Stelle zu besorgen, also von den jeweiligen Wahlstellen der Bundesstaaten".

Das lässt sich als Spitze gegen den Präsidenten interpretieren. Donald Trump behauptet seit Monaten, dass bei dieser Wahl ein großer Betrug drohe. Damit meint er aber vor allem Manipulationen bei der Briefwahl.

US-Dienste: Russland und Iran wollen Wahl beeinflussen
Katrin Brand, ARD Washington
22.10.2020 07:11 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. Oktober 2020 um 03:00 Uhr in den Nachrichten.

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