Stimmauszählung in Lancaster (US-Bundesstaat Pennsylvania) | Bildquelle: AP

US-Wahl So steht es in den umkämpften Staaten

Stand: 06.11.2020 15:03 Uhr

Während der politische und rechtliche Streit um etwaige Manipulationen der US-Wahl weiter tobt, werden in entscheidenden Bundesstaaten noch die Stimmen ausgezählt. Wie ist der Stand in den "Swing States"? Ein Überblick.

270 lautet die magische Zahl - auf diese Anzahl von Wahlleuten muss mindestens kommen, wer die Präsidentschaftswahl in den USA gewinnen will. Derzeit liegt Joe Biden bei 253 Wahlleuten, Amtsinhaber Donald Trump bei 214. Doch in den besonders umkämpften Bundesstaaten werden immer noch Stimmen ausgezählt.

Pennsylvania

Die Ausgangslage: Pennsylvania galt schon vor der Wahl als Schlüssel für einen Erfolg von Biden. 20 Wahlleute sind hier zu vergeben. 2016 hatte ihn Donald Trump zur Überraschung der Wahlforscher gewonnen.

Der Stand: Noch am Morgen führte Trump mit 49,5 Prozent zu 49,2 Prozent. Doch sein Vorsprung - der anfänglich rund 600.000 Stimmen betrug - verringte sich stetig. Inzwischen hat Biden in Pennsylvania die Führung übernommen. Laut CNN liegt er mit 49,4 Prozent vorne, Trump kommt nur noch auf 49,3 Prozent. In Stimmen bedeutet das einen Vorsprung von 5587. Und noch sind fünf Prozent der Wahlzettel nicht ausgezählt.

Die Tendenz: Das Biden-Lager darf darauf hoffen, Pennsylvania zu gewinnen - wenn sich die aktuelle Tendenz fortsetzt und die noch auszuzählenden Briefwahlstimmen in der überwiegenden Mehrheit an den Kandidat der Demokraten gehen. Mit den 20 Wahlleuten hätte Biden dann die nötige Mehrheit zusammen.

Wahlhelfer in Allentown (Pennsylvania) nehmen Umschläge mit Briefwahlstimmen in die Hand | Bildquelle: AP
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Millionen Briefwahlstimmen waren zu zählen - ein Prozess, der sich auch in Allentown (Pennsylvania) hinzieht.

North Carolina

Die Ausgangslage: Die Wähler des Bundestaates hatten in den vergangenen Wahlen fast immer für die Republikaner gestimmt - 2016 betrug Trumps Vorsprung vor Hillary Clinton hier 3,7 Prozent. 15 Wahlleute sind hier zu vergeben.

Der Stand: In North Carolina ist der Vorsprung von Trump auf Biden etwas deutlicher als in Pennsylvania. Hier lag er am Morgen 1,4 Prozent vor Biden (50,0 Prozent / 48,6 Prozent). In Stimmen bedeutet das ein Plus von rund 77.000. Ausgezählt sind hier 95 Prozent der Wahlzettel.

Die Tendenz: Wahlbeobachter erwarten, dass North Carolina erneut an Trump geht.

Georgia

Die Ausgangslage: Georgia ist kein klassischer "Swing State" - zuletzt gewannen die Demokraten hier 1992. 2016 war der Vorsprung von Trump auf Clinton mit 50,4 Prozent zu 45,3 Prozent komfortabel.

Der Stand: In diesem Jahr ist das Rennen denkbar knapp. Am Morgen lagen beide Kandidaten nahezu gleichauf, mittlerweile hat Biden Trump überholt und führt mit mittlerweile 1097 Stimmen. In Prozent ist das zwar ein Patt von 49,4 Prozent zu 49,4 Prozent, aber dennoch ein Vorsprung für Biden. Ausgezählt sind hier 99 Prozent.

Die Tendenz: Da Biden Trump erst einge- und dann überholt hat, tippen Wahlbeobachter auf einen knappen Sieg des Demokraten. 16 weitere Wahlleute würden ihn in die Nähe der zum Gesamtsieg nötigen 270 Stimmen bringen.

Anhänger beider Kandidaten diskutieren vor dem Wahlzentrum in Philadelphia | Bildquelle: JUSTIN LANE/EPA-EFE/Shutterstock
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Während im Wahlzentrum von Philadelphia gezählt wird, streiten vor der Tür Anhänger beider Kandidaten.

Arizona

Die Ausgangslage: Arizonas Wähler haben in der Vergangenheit fast immer verlässlich für den Kandidaten der Republikaner gestimmt - lediglich 1996 konnte Bill Clinton für die Demokraten in dem Südstaat gewinnen. Allerdings ändert sich die Bevölkerungsstruktur Arizonas stark - durch Zuzügler aus Kalifornien und einen Anstieg des Bevölkerungsanteils mit familiären Wurzeln in Lateinamerika. Arizona entsendet elf Wahlleute in das "Electoral College".

Der Stand: Biden führt in Arizona mit 50,1 Prozent vor Trump mit 48,5 Prozent - ein Vorsprung von rund 47.000 Stimmen. Allerdings ist sein Vorsprung seit der Wahlnacht stetig zurückgegangen. Und noch sind zehn Prozent der Stimmen nicht ausgezählt.

Die Tendenz: Arizona wurde in der Wahlnacht von Fox News und AP zunächst Biden zugerechnet, zum Ärger von Trump. Inzwischen ist der Ausgang höchst ungewiss - auch ein Erfolg von Trump ist wieder denkbar.

Nevada

Die Ausgangslage: Nevada ging in den vergangenen Wahlen mal an die Demokraten, mal an die Republikaner - lange ein klassischer umkämpfter Bundesstaat. Seit 2008 gewannen allerdings stets die Demokraten. Nevada stellt sechs Wahlleute.

Der Stand: Bidens Vorsprung in Nevada ist stetig, aber knapp. Am Morgen führte er mit 49,4 Prozent vor Trump, auf den bislang 48,5 Prozent entfielen - ein Vorsprung von rund 11.000 Stimmen. Ausgezählt sind erst 89 Prozent der Wahlzettel - überwiegend Briefwahlstimmen.

Die Tendenz: Wahlbeobachter erwarten einen knappen Sieg von Biden.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 06. November 2020 um 11:00 Uhr.

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