US-Präsident Donald Trump und sein demokratischer Herausforderer Joe Biden | Bildquelle: dpa

Trump und Biden Hickhack um TV-Duell

Stand: 09.10.2020 02:23 Uhr

Die Corona-Erkrankung Trumps bringt die Terminplanung der TV-Debatten durcheinander: Biden ist zunächst für eine Verschiebung, will aber am Termin des letzten Duells festhalten. Das will aber Trump nicht - und erst Recht kein virtuelles Treffen.

Zwischen den politischen Lagern in den USA ist ein Streit über die beiden weiteren geplanten Rededuelle zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden entbrannt. Die zuständige unabhängige Kommission CPD kündigte zunächst an, die zweite Debatte werde wegen der Corona-Erkrankung des Präsidenten virtuell stattfinden. Trump nannte das im Sender Fox News inakzeptabel.

Bidens Team schlug daraufhin vor, die zweite, ursprünglich für den 15. Oktober geplante Debatte um eine Woche zu verschieben, "damit sich der Präsident der Rechenschaft nicht entziehen kann". Kurz darauf kam von Trumps Seite ein Gegenvorschlag: Die zweite Debatte solle in der Tat auf den 22. Oktober verschoben werden. Die geplante dritte solle am 29. Oktober stattfinden, kurz vor dem Wahltag am 3. November. Trumps Berater beharrten dabei erneut darauf, dass sich die Kandidaten von Angesicht zu Angesicht treffen müssten.

Biden lehnt Verschiebung der dritten Debatte ab

Eine Verschiebung der dritten Debatte wurde aber wenig später von Bidens Lager abgelehnt. Bidens Team erklärte, es sei nicht an Trump, den Zeitplan festzulegen. Seine Vizewahlkampfmanagerin Kate Bedingfield sagte, man habe sich seit langem auf den 29. September sowie den 15. und den 22. Oktober verständigt.

Die beiden Kandidaten hatten vergangene Woche erstmals im Fernsehen debattiert. Nur 48 Stunden später wurde bei Trump Corona diagnostiziert. Danach gab es Bedenken, ob die beiden zum Fernsehduell in der kommenden Woche erneut persönlich aufeinander treffen sollten. Die Kommission erklärte jetzt, um die Gesundheit und Sicherheit aller Beteiligten zu garantieren, sollten die Kandidaten von zwei unterschiedlichen Orten aus sprechen. Moderation und Gäste sollten wie geplant in Miami zusammenkommen.

Trump will kein virtuelles Aufeinandertreffen

Trump erklärte daraufhin umgehend, an einem virtuellen Fernsehduell werde er nicht teilnehmen. Er sei in "großartiger Form", alles andere als eine Debatte mit persönlicher Anwesenheit wäre ein "Witz". Sein Wahlkampfleiter Bill Stepien warf der Kommission vor, sie habe ein persönliches Aufeinandertreffen Trumps und Bidens einseitig abgesagt. Die Sicherheit der Teilnehmer lasse sich auch anders garantieren.

Stepien bezeichnete Mitglieder der Kommission als "Sumpfkreaturen", die Biden zu Hilfe geeilt seien. Bidens Wahlkampfteam teilte dagegen mit, der Herausforderer sei zu einer virtuellen Debatte kommenden Donnerstag bereit. Berater Bidens erklärten, wenn Trump das zweite Duell absage, sei das für den Herausforderer durchaus hilfreich. Besonders noch unentschiedene Wähler bekämen ihrer Meinung nach den Eindruck, dass Trump nach der chaotischen ersten Debatte kneife.

Biden hat sich mehrfach auf Corona testen lassen und sagte, auch er freue auf das Duell. Er hatte allerdings erklärt, dass Duell solle nicht stattfinden, falls Trump noch erkrankt beziehungsweise infektiös sei.

Trump beschimpft Vize-Kandidatin als "Monster"

Unabhängig seines Gesundheitszustandes teilt Trump inzwischen wieder kräftig gegen die Demokraten aus. Biden warf er vor, höchstens zwei Monate lang im Weißen Haus regieren zu können, weil "er mental nicht im Stande dazu ist, Präsident zu sein". Trump stellte Bidens geistige Fitness schon häufiger in Frage.

Auch die Vize-Kandidatin der Demokraten, Kamala Harris, beschimpfte Trump heftig nach ihrem TV-Duell mit Vizepräsident Mike Pence. Er verunglimpfte sie als lügendes "Monster". "Alles, was sie gesagt hat, war eine Lüge", behauptete Trump in einem Telefon-Interview mit dem Fernsehsender Fox Business. Trump bezeichnete die Senatorin aus Kalifornien zwei Mal als "dieses Monster". Pence habe das Duell überzeugend gewonnen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. Oktober 2020 um 20:00 Uhr.

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