In New York jubeln die Anhänger Bidens über die Nachricht von dessen Sieg bei der Präsidentschaftswahl | dpa

Reaktion auf Bidens Sieg Jubel und Glückwünsche

Stand: 07.11.2020 21:03 Uhr

Unmittelbar nach der Nachricht vom Sieg Bidens brach auf vielen Straßen in den USA Jubel aus. Aus dem Ausland erreichten den künftigen Präsidenten umgehend Glückwünsche. Aus vielen Äußerungen spricht Erleichterung.

Nur Sekunden nachdem mehrere US-Medien den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden zum Sieger der Wahl in den USA erklärt haben, ist in vielen Großstädten großer Jubel ausgebrochen.

Auf den Straßen New Yorks klatschten, schrien und jubelten die Menschen. Hunderte strömten zum Times Square und feierten. Viele Autofahrer betätigten pausenlos ihre Hupen. Auch nach einer Stunde hatte der andauernde Applaus noch kein Ende genommen. Fernsehsender zeigten auch Bilder aus Philadelphia in Pennsylvania mit feiernden Menschen.

Auch vor dem Weißen Haus in Washington jubelten die dort versammelten Demonstranten. Die Metropolen an der US-Ostküste gelten als liberal und demokratisch.

Pelosi: "Ein neuer Tag der Hoffnung für Amerika"

Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, sagte, mit dem Sieg Bidens beginne eine neue Zeit der Hoffnung. Biden habe einen "historischen Sieg" errungen, erklärte die Demokratin: "Heute beginnt ein neuer Tag der Hoffnung für Amerika."

Biden werde vom ersten Tag seiner Präsidentschaft an bereit sein, den Herausforderungen des Landes zu begegnen. Er werde die Coronavirus-Pandemie eindämmen und sich für eine bessere Gesundheitsversorgung einsetzen, sagte Pelosi. Die Amerikaner hätten mit Biden jemanden gewählt, der ohne Unterlass arbeiten werde, um das Land zu einen und der die Werte "Glauben, Familie und Gemeinschaft" hochhalte, erklärte Pelosi.

Anhänger der Demokraten jubeln in Washington D.C. über die Siegsnachricht. | dpa

Sie haben auf diese Nachricht gewartet - der Jubel der Anhänger von Joe Biden in Washington D.C ist entsprechend groß. Bild: dpa

Während Trump, den die Nachricht von seiner Niederlage beim Golf erreichte, sich weigert, den Sieg Bidens anzuerkennen, kamen aus seiner Partei Glückwünsche an den 46. US-Präsidenten. Als erster Parlamentarier der Republikaner gratulierte Senator Mitt Romney, der 2012 selbst für die Präsidentschaft kandidiert hatte und Barack Obama unterlegen war. Seine Frau und er hätten Biden und Kamala Harris "als Menschen mit gutem Willen und bewundernswertem Charakter kennengelernt".

Der konservative Politiker Jeb Bush, Bruder des früheren Präsidenten George W. Bush, gratulierte und sagte, "nun ist es an der Zeit, die Wunden zu heilen". Er fügte hinzu: "Viele zählen auf Sie, dabei den Weg zu weisen."  Bush hatte 2016 Ambitionen, für die Republikaner ins Präsidentschaftsrennen zu gehen, war damals aber bei der Nominierung des Präsidentschaftskandidaten dem politischen Quereinsteiger Trump unterlegen.

Steinmeier betont Wert von Allianzen

Aus dem Ausland gingen kurz nach der Entscheidung in den USA Glückwünsche an den künftigen Präsidenten ein. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schrieb in einem Glückwunschtelegramm: "Mit Ihrer Präsidentschaft verbinden sich die Hoffnungen unzähliger Menschen, weit über die Grenzen Ihres Landes hinaus, auch in Deutschland." Biden stehe "für ein Amerika, das um den Wert von Allianzen und Freunden, von Verlässlichkeit und Vertrauen weiß".

Die Bundesregierung reagierte mit Erleichterung auf Bidens Sieg. Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte in einer Stellungnahme, sie wünsche Biden "von Herzen Glück und Erfolg und gratuliere ebenso Kamala Harris, der gewählten ersten Vizepräsidentin ihres Landes". Weiter betonte die Bundeskanzlerin, sie freue sich auf die Zusammenarbeit: "Unsere transatlantische Freundschaft ist unersetzlich, wenn wir die großen Herausforderungen dieser Zeit bewältigen wollen."

Auch Bundesaußenminister Heiko Maas richtete den Blick auf den Wert einer konfliktfreien Kooperation: "Wir wollen in unsere Zusammenarbeit investieren, für einen transatlantischen Neuanfang, einen New Deal," schrieb er auf Twitter.

EU und NATO betonten Nähe

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verband ihre Gratulation mit dem Hinweis, die EU und die USA seien "Freunde und Verbündete, unsere Bürgerinnen und Bürger haben die tiefsten Verbindungen". Sie freue sich auf die Zusammenarbeit mit dem Biden, schrieb von der Leyen bei Twitter.

NATO-Chef Jens Stoltenberg würdigte Biden als einen "starken Unterstützer unserer Allianz". Auf Twitter schrieb er: "Eine starke NATO ist gut sowohl für Nordamerika als auch für Europa." Trump hatte die NATO-Partner mehrfach verprellt, unter anderem durch unabgesprochene Truppenabzugsankündigungen und sein offenes Infragestellen des Verteidigungsbündnisses.

Macron: "Lasst uns zusammenarbeiten"

Der französische Präsident Emmanuel Macron verband seine Gratulation mit dem Hinweis, es gebe "eine Menge zu tun, um die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen". Er fügte hinzu: "Lasst uns zusammenarbeiten!"

Auch der britische Premierminister Boris Johnson, der in den vergangenen Jahren demonstrativ die Nähe zu Donald Trump gesucht hatte, gratulierte Biden und Harris zu einem "historischen Erfolg". Die USA seien der wichtigste Verbündete Großbritanniens. Als wichtigste gemeinsame Themen nannte Johnson den Handel und den Klimawandel.

Glückwünsche an Biden und Harris kamen auch von Kanadas Premierminister Justin Trudeau. "Ich freue mich wirklich sehr darauf, mit euch beiden zusammenzuarbeiten", schrieb er auf Twitter.

Ein Vertreter der iranischen Führung verwies auf den Konflikt zwischen der scheidenden US-amerikanischen Regierung und dem Iran. Hessameddin Aschena, ein Berater des iranischen Präsidenten, schrieb auf Twitter, die Iraner hätten "tapfer gegengehalten, bis dieser Feigling gegangen ist".

Über dieses Thema berichteten ein tagesthemen Extra am 07. November 2020 um 21:45 Uhr.