Wahlhelfer im US-Bundesstaat Georgia zählen Stimmen zur US-Präsidentenwahl | AP

US-Präsidentenwahl Georgia beginnt Nachzählung der Stimmen

Stand: 13.11.2020 18:48 Uhr

Das Endergebnis der US-Präsidentenwahl lässt weiter auf sich warten. Während der US-Demokrat Biden seine Mehrheit im Wahlgremium ausbaut, beginnt der Bundesstaat Georgia damit, die Stimmen per Hand nachzuzählen.

In Georgia werden die Stimmen zur US-Präsidentenwahl nachgezählt. Die Wahlhelfer in den 159 Landkreisen des US-Bundesstaats haben begonnen, die Stimmzettel per Hand zu zählen. Diese würden Stapeln für jeden Kandidaten zugeordnet und dann einzeln gezählt, sagte der stellvertretende Innenminister des Staates, Jordan Fuchs.

Mit dieser Methode soll überprüft werden, ob die Zählmaschinen akkurat gearbeitet haben. Die Nachzählung ist möglich, weil der Abstand zwischen Amtsinhaber Donald Trump und dem Kandidat der Demokraten, Joe Biden, weniger als 0,5 Prozentpunkte beträgt. Bis Mittwoch soll die Aktion abgeschlossen sein, bis zum 20. November muss das Wahlergebnis in Georgia beglaubigt werden.

14.000 Stimmen Vorsprung für Biden

Es sei so gut wie sicher, dass beim Nachzählen in Georgia andere Zahlen herauskommen als beim ersten Mal, sagte der Regierungsbeamte Gabriel Sterling, der 2019 im Innenministerium für die Einführung eines neuen Abstimmungssystems zuständig war. Die Veränderungen würden aber nur so gering sein, dass sich am derzeitigen Stand nichts ändern werde. Biden liegt in Georgia etwa 14.000 Stimmen, oder 0,28 Punkte, vor Trump.

Bidens Mehrheit im Wahlkollegium wächst

Bidens Mehrheit im Wahlgremium ist längst uneinholbar. Der gewählte US-Präsident gewann laut Prognosen nun auch den Bundesstaat Arizona. Die Sender CNN, NBC, CBS und ABC gehen von einem Sieg des Demokraten in dem traditionell republikanischen Bundesstaat aus.

In ihren Hochrechnungen errang Biden einen knappen Vorsprung von rund 11.000 Stimmen vor US-Präsident Donald Trump. Arizona hat elf Wahlleute zu vergeben. Der konservative Sender Fox News und die Nachrichtenagentur AP hatten Biden bereits in der Wahlnacht zum Sieger in Arizona erklärt.

Es wäre das erste Mal seit fast 25 Jahren, dass Arizona bei einer Präsidentschaftswahl an einen Demokraten geht. 1996 hatte Bill Clinton in dem Staat gewonnen. 

290 Stimmen für Biden

Mit einem Sieg in Arizona käme Biden auf 290 Stimmen für das Wahlleute-Kollegium, das den Präsidenten am 14. Dezember offiziell wählt. Nötig für einen Wahlsieg sind 270 Wahlleute. Diese Schwelle hatte Biden bereits am vergangenen Wochenende nach seinem Sieg in Pennsylvania überwunden. 

Amtsinhaber Trump kommt nach aktuellem Stand auf 217 Wahlleute. Der Republikaner hat es bislang abgelehnt, seine Niederlage bei der Wahl anzuerkennen und behauptet, ohne Belege anzuführen, bei der Stimmabgabe und Auszählung habe es Unregelmäßigkeiten gegeben.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. November 2020 um 17:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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andererseits 13.11.2020 • 21:14 Uhr

Das eine ist die sorgfältige

Das eine ist die sorgfältige Auszählung der Stimmen und auch die Nachzählung, die bei weniger als 0,5% Abstand gesetzlich geregelt ist; das andere ist die Tatsache, dass Joe Biden längst die erforderliche Stimmenmehrheit für das Gremium der Wahlfrauen/-männer hat und Trump das unwürdige Schauspiel der Weigerung, Bidens Wahlsieg anzuerkennen, endlich beenden sollte.