Beamte zählen in einem Gerichtssaal Stimmzettel von der Briefwahl. | picture alliance/dpa

Bericht von US-Behörden Keinerlei Beweise für Wahlbetrug

Stand: 13.11.2020 04:30 Uhr

Laut Ansicht mehrerer US-Behörden war die Wahl in der vergangenen Woche die sicherste der Geschichte. Während Trump dennoch weiter vom Wahlsieg träumt, fordern auch Republikaner, Biden Einsicht in Geheimdienstunterlagen zu gewähren.

Trotz des Sieges des Demokraten Joe Biden bei der US-Präsidentenwahl hat Amtsinhaber Donald Trump seine Hoffnung auf einen Verbleib im Weißen Haus noch nicht aufgegeben. "Natürlich glaubt er, dass er noch eine Chance hat", sagte Kayleigh McEnany, die sowohl im Namen des Weißen Hauses als auch für Trumps Wahlkampfteam spricht, im Sender Fox News.

Biden war am Samstag aufgrund von Erhebungen und Stimmauszählungen von US-Medien zum Sieger der Präsidentenwahl erklärt worden. Trump weigert sich bislang, seine Niederlage einzuräumen und stellt sich als Opfer massiven Wahlbetrugs dar. Trumps Anwälte haben Klagen in mehreren Bundesstaaten angestrengt, darin jedoch keine Belege für großangelegte Wahlfälschungen oder Fehler geliefert.

US-Behörden: Keine Anzeichen für Betrug

Mehrere US-Behörden teilten am Abend mit, die Wahl am 3. November sei die sicherste in der amerikanischen Geschichte gewesen. Wahlzettel seien weder gelöscht noch verloren gegangen, hieß es in einer von der US-Agentur für Cybersicherheit herausgegebenen gemeinsamen Mitteilung diverser Sicherheitsbehörden.

Es gebe keinerlei Beweise, dass die Wahl vom 3. November in irgendeiner Weise manipuliert worden sei. Damit wiesen sie von US-Präsident Donald Trump erhobene Vorwürfe des Wahlbetrugs zurück. "Wir haben vollstes Vertrauen in die Sicherheit und Richtigkeit in unsere Wahl und das sollten sie auch haben."

Biden bekam mehr als 5,3 Millionen mehr Stimmen als Trump

Biden hat schon jetzt mehr als die für einen Wahlsieg nötigen 270 Wahlleute sicher, obwohl noch nicht einmal in allen Bundesstaaten der Gewinner ausgerufen worden ist.

Nach vorläufigen Ergebnissen haben mehr als 77,8 Millionen Wähler für ihn gestimmt, rund 5,3 Millionen mehr als für Trump. Verantwortliche für die Wahl im Bundesstaat Georgia sind überzeugt, dass die dort angeordnete Neuauszählung per Hand das Ergebnis kaum mehr verändern wird. Biden liegt dort mit über 14.000 Stimmen vorn.

Republikaner: Biden soll Zugang zu Geheimdienstinformationen haben

Die Blockadehaltung Trumps im Umgang mit seinem gewählten Nachfolger stößt inzwischen auch bei einigen Republikanern auf Kritik. Mehrere Senatoren der Partei forderten, dass Biden Geheimdienst-Briefings erhalten sollte. Er wüsste nicht, was es rechtfertigen würde, dem Demokraten diese Informationen vorzuenthalten, sagte der texanische Senator John Cornyn, Mitglied des Geheimdienstausschusses im Senat. Ähnlich äußerten sich seine Kollegen Chuck Grassley und Lindsey Graham, einer der engsten Vertrauten von Trump.

Zwar setzten sich die Republikaner im Senat dafür ein, dass Biden Zugang zu vertraulichen Angelegenheiten rund um die nationale Sicherheit bekommen sollte. Doch erkannten sie dessen Sieg bei der Präsidentschaftswahl mit Verweis auf Trumps haltlose Vorwürfe des Wahlbetrugs nicht an. So sagte der Senator von Missouri, Josh Hawley, dass für Biden jene Geheimdienst-Briefings weiterlaufen sollten, die dieser auch schon als Kandidat bekommen habe. Unterdessen solle man die strittigen Fragen klären.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. November 2020 um 06:28 Uhr.

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