US-Präsident Donald Trump auf einem Wahlkampfauftritt in Pennsylvania. | Bildquelle: AFP

Endspurt im US-Wahlkampf Trump befürchtet "chaotisches Durcheinander"

Stand: 01.11.2020 10:09 Uhr

In der finalen Phase des US-Wahlkampfes schwört Trump seine Anhänger auf eine lange Wartezeit ein, bis der Sieger der Präsidentschaftswahl feststehen wird. Sein Konkurrent Biden sieht in Trumps vierjähriger Amtszeit ein komplettes Versagen.

Den beiden Kandidaten im Kampf um das Weiße Haus bleibt nicht mehr viel Zeit, um bei den Wählern zu punkten. Und so nutzen US-Präsident Donald Trump und sein Herausforderer von den Demokraten, Joe Biden, auch das Wochenende, um für sich als Staatschef zu werben.

Wahlkampf-Endspurt in den USA
tagesschau 20:00 Uhr, 01.11.2020, Jan Philipp Burgard, ARD Washington

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Für Trump stand unter anderem ein Auftritt in Newton im Bundesstaat Pennsylvania an - einem der sogenannten Swing States. In diesem Bundesstaaten gilt das Abstimmungsergebnis bei der Wahl stets am schwersten einzuschätzen.

Trump befürchtet wochenlanges Warten auf Wahlergebnis

Bis zum Ergebnis der Präsidentschaftswahl werden sich die Amerikaner Trumps Meinung nach aber lange gedulden müssen. "Die ganze Welt und unser Land werden warten und warten und warten, um zu erfahren, wer gewonnen hat, ihr werdet wochenlang warten", warnte der Republikaner. Er befürchte zudem ein "chaotisches Durcheinander", das bei dieser Wahl drohe.

Ein erneuter Seitenhieb des Amtsinhabers auf die Briefwahl, die von Trump bereits seit Wochen scharf kritisiert wird. Trump sieht in ihr einen hohen Risikofaktor für Wahlmanipulation. In Pennsylvania hatte seine Partei versucht, per Gerichtsbeschluss zu verhindern, dass für die Auszählung von Briefwahlstimmen mehr Zeit bleibt. Die Republikaner scheiterten jedoch - und damit müssen auch Briefwahlunterlagen, die nach dem 3. November eingehen, gewertet werden. Voraussetzung ist, dass sie bis zum Wahltag von der Post abgestempelt wurden. Das Votum der Justiz für diese verlängerte Frist bei der Auszählung nannte Trump bei seinem Wahlkampfauftritt eine "schreckliche, politische, furchtbare Entscheidung".

Tatsächlich rechnen die zuständigen Behörden damit, dass es bei der Stimmenauszählung in diesem Jahr zu Verzögerungen kommen könnte, da aufgrund der Corona-Pandemie deutlich mehr Bürger per Brief wählen könnten als bei vergangenen Wahlen.

"Deutschland will mich loswerden"

Auch wenn sich Trump überzeugt zeigt, dass er seinen Wahlsieg von vor vier Jahren wiederholen kann, so sei ihm doch bewusst, dass andere Länder auf genau das Gegenteil setzen würden. Sie wollten ihn verlieren sehen, so Trump:

"China will mich loswerden. Der Iran will mich loswerden. Deutschland will mich loswerden."

Europa als Beweis für sinnlose Lockdowns

Neben der Kritik an der Briefwahl wiederholte Trump auch sein Credo für eine lockere Corona-Politik. Aus seiner Sicht beweise der Blick nach Europa, dass "drakonische Lockdowns" das Virus nicht aufhalten könnten. Das zeige sich an den erneut "explodierenden Fällen" in zahlreichen Ländern in der EU:

"Europa hat einen guten Job gemacht, das ist ein sehr brutales Ding. Jeder dachte, Deutschland geht es gut, gut, gut, gut. Aber es geht denen nicht gut. Man sieht gerade, was da drüben abgeht. Frankreich wieder, Spanien, Italien. Uns geht es gut. Wir bekommen nur keine Anerkennung dafür."

Obama spottet über Trumps "Neid" auf Coronavirus

Es ist die Ablehnung von strikten Einschränkungen, die Trumps Gegenkandidat Biden auch bei einem Wahlkampfauftritt in Flint im Bundesstaat Michigan für Angriffe auf den amtierenden Präsidenten nutzte. Michigan ist, genau wie Pennsylvania, einer der umkämpften "Swing States".

Unterstützung erhielt Biden von Trumps Vorgänger, Barack Obama. Der warf dem Republikaner vor "neidisch" auf das Coronavirus zu sein, weil es die Berichterstattung der Medien dominiere. Obama bezeichnete Trump erneut als inkompetent und als einen Menschen, dem es lediglich darum gehe, "sein Ego zu nähren".

USA steuern auf Rekord bei Wahlbeteiligung zu

Biden verurteilte Trumps politisches Handeln während seiner Amtszeit. Es sei falsch, Menschen wegen ihres Geschlechts, ihrer Ethnie oder Herkunft gegeneinander aufzubringen, mahnte er und rief seinen Anhängern in Flint zu:

"Wir sind fertig mit dem Chaos, den Tweets, der Wut, dem Hass, dem Versagen, der Weigerung, jegliche Verantwortung zu übernehmen."

Biden appellierte erneut an die Bevölkerung, ihre Stimme abzugeben: "Um Gottes willen, bitte wählt! Es ist Zeit aufzustehen, uns unsere Demokratie zurückzuholen."

Nach Angaben der Universität von Florida haben bis jetzt bereits mehr als 90 Millionen Amerikaner ihre Stimme abgeben, entweder per Brief oder in einem schon vor dem Wahltag geöffneten Wahllokal. Das entspreche bereits 65 Prozent aller Wähler, die 2016 ihre Stimme abgegeben hatten. Damit steuere die USA auf ein Rekordhoch bei der Wahlbeteiligung zu.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 01. November 2020 um 09:30 Uhr.

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