Rudy Giuliani spricht bei einer Wahlkampfveranstaltung Trumps in Gettysburg (22. Oktober) | REUTERS

Mögliches Trump-Kabinett Aufmarsch der Kandidaten

Stand: 11.11.2016 02:44 Uhr

Nach dem Wahlsieg von Trump bringen sich mögliche Kandidaten für das neue Kabinett in Stellung - unter ihnen vornehmlich weiße, ältere Männer. Beste Chancen auf einen Job hat New Yorks Ex-Bürgermeister Giuliani. Der stand Trump im US-Wahlkampf lautstark zur Seite.

Jan Bösche ARD-Studio Washington

Von Jan Bösche, ARD-Studio Washington

Donald Trump hat seinen Wählern versprochen, im politischen Washington mal so richtig aufzuräumen. Dafür braucht er die richtigen Leute. Chris Collins, Republikaner, Abgeordneter und früher Trump-Unterstützer sagte bei Fox News: "Er wird die Besten wählen, das macht ein Firmenchef. Wir wissen aber auch, dass er Loyalität respektiert. Sicherlich werden viele, die von Anfang an an seiner Seite waren, Schlüsselpositionen bekommen. Im Kabinett - oder in anderen, vergleichbaren Positionen."

Die ersten Namen, die gehandelt werden, sind überwiegend die älterer, weißer Herren, die eine lange Vergangenheit im politischen Washington haben. Zum Beispiel für den Posten des Außenministers: Mehrere Medien haben Newt Gingrich ins Gespräch gebracht, der frühere Sprecher des Repräsenantenhauses.

Mitmachen will er auf jeden Fall: "Die acht Regierungsjahre von Trump werden zu den außergewöhnlichsten, kreativsten und aufregendsten Perioden in der politischen Geschichte gehören. Sie werden Amerika wieder großartig machen, den Sumpf in Washington austrocknen, bessere Erfahrungen für alle Amerikaner kreieren." Andere Namen für das Außenministerium sind der frühere UN-Botschafter John Bolton oder Senator Bob Corker. Er kommt übrigens aus Tennessee und hat geholfen, dort eine Volkswagen-Fabrik anzusiedeln.

Zwei Anwärter auf das Justizministerium

Zwei andere Trump-Helfer haben das wichtige Justizministerium im Blick - dazu gehört zum Beispiel auch das FBI. New Jerseys Gouverneur Chris Christie soll sich Hoffnungen gemacht haben. Er war mal Staatsanwalt. Allerdings muss er sich gerade mit einem Skandal in New Jersey herumschlagen.

Rudy Giuliani und Tiffany Trump, Archivbild | AFP

Rudy Giuliani und Tiffany Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung, Archivbild Bild: AFP

Das verbessert die Chancen von Rudy Giuliani. Früher mal Bürgermeister von New York, auch nicht ganz skandalfrei - aber einer der lautesten Trump-Verteidiger. Giuliani sagte bei CNN: "Ich habe die Energie, und es gibt vermutlich niemanden, der das Justizministerium besser kennt. Ich kenne die Basis des Ministeriums und die Spitze."

Eine Rolle in der Regierung könnte es auch für Ben Carson geben, Trumps Konkurrent im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner. Der Chirurg zählt zu den Kandidaten für das Gesundheitsministerium. Er würde Trump helfen, dass dessen Kabinett nicht nur aus älteren, weißen Männern besteht.

Dick Cheney als Vorbild

Und dann ist da noch Vize-Präsident Mike Pence. Im Wahlkampf gab es durchaus Zweifel, ob er zum engen Beraterkreis von Trump gehört. Jetzt will er aber eine entscheidende Rolle in der Regierung spielen, unter anderem als Verbindungsmann zum Kongress. Sein Vorbild: Dick Cheney, Vize-Präsident von George W. Bush. Pence sagte ABC: "Ich schätze Dick Cheney sehr. Ein sehr aktiver Vize-Präsident. Er hatte Erfahrung im Kongress, wie ich. Er arbeitete aktiv mit Abgeordneten und Senatoren."

Pence-Kritikern macht das Sorgen: Er gilt als erz-konservativ, er ist unter anderem gegen Abtreibung und gegen die Homo-Ehe. Ein Ideologe mit strikten Grundsätzen - anders als Trump, der in vielen Fragen nicht so festgelegt scheint.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandradio Kultur am 11. November 2016 um 07:17 Uhr

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KOMMENTARE

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hammer 11.11.2016 • 10:47 Uhr

um 10:06 von andererseits

Sie haben meinen Inhalt nur halb gelesen - ich schrieb von Krawallen ! Und Ihr Arrgument dass Trump ein Wahlergebnis gegen Ihn nicht anerkennen wollte zieht nicht, denn was er gemacht hätte wenn es so gekommen wäre wissen weder Sie noch ich! Und noch eins "Not my President" heisst dass man es nicht anerkennt! Oder was würden Sie darunter verstehen ? Daher haben die Demonstranten ein komisches Bild von Demokratie oder gar keine demokratisches Verständis, wenn es nicht nach denen geht - egal ob gewählt oder nicht - tut man es nicht anerkennen!!