Stephen Bannon

Trumps neuer Wahlkampfmanager Noch aggressiver, noch feindseliger

Stand: 19.08.2016 00:33 Uhr

Mit ihm wird der US-Wahlkampf wohl noch feindseliger und aggressiver: Stephen Bannon geht für Donald Trump als neuer Wahlkampfmanager an den Start. Die Strategie des ultrakonservativen Publizisten: "Let Trump be Trump".

Von Rolf Büllmann, ARD-Studio Washington

Stephen K. Bannon ist schon vieles genannt worden: politischer Straßenkämpfer, radikaler Agitator, unerschrockener Populist. In einem Artikel von "Bloomberg News" wurde er als "der gefährlichste politische Aktivist des Landes" bezeichnet.

Laut CNN-Medienkorrespondent Brian Stelter weiß Bannon, wie man die Medien nutzt, um provokative oder gar aufwiegelnde Aussagen zu machen. "Er ist ein Mann, der weiß, wie man Fernsehen und Internet ganz neu nutzt", sagt Stelter. 

Bannon war bis zu seinem Wechsel ins Trump-Lager der Chef der ultrakonservativen Website "Breitbart News". Die Plattform zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich aggressiv mit dem politischen Gegner auseinandersetzt - in erster Linie mit den Clintons, aber auch mit dem, was als republikanisches Establishment gilt.

Donald Trump
galerie

Hat sein Wahlkampfteam umgekrempelt: Donald Trump.

"Let Trump be Trump"

Bannon selbst setzte sich sehr früh für Donald Trump ein und forderte ihn immer wieder auf, sich nicht zu ändern. Als Trump im Mai in einer Talkshow zu Gast war, sagte Bannon zu ihm: "Die Trump-Leute wollen wissen, dass Sie nicht von dem abrücken, wofür sie Sie von Anfang an unterstützt haben, Herr Trump. Wenn diese Leute hören, dass die Parteispitze zu Einigkeit aufruft, dann fürchten sie, dass all das zusammenbricht, wofür Sie stehen."

Und genau das wird die Linie sein, die Bannon als neuer Chef von Trumps Wahlkampfteam verfolgen wird: "Let Trump be Trump" - lasst Trump Trump sein. Keine falsche Rücksichtnahme mehr, sicher nicht auf die Demokraten, aber auch nicht auf das republikanische Establishment.

"Kampf um Seele der konservativen Idee"

In einem Interview mit dem Sender Fox News sagte Bannon, die republikanische Partei brauche einen "Kampf um die Seele der konservativen Idee". Medienexperte Bill Carter glaubt, dass Trumps Wahlkampf noch aggressiver und feindseliger wird - so aggressiv wie die Website "Breitbart News", die Bannon verantwortete, und die Filme über die Clintons oder Sarah Palin, die er produzierte.

Harvard-Absolvent und Unternehmer

Bannon kommt dabei sicher zugute, dass er finanziell unabhängig ist. Er ist Harvard-Absolvent, war bei der Marine und arbeitete als Investmentbanker bei Goldman Sachs, bevor er sich erfolgreich selbständig machte.

Anfang der 1990er-Jahre fädelte er den Verkauf einer großen Filmfirma mit ein und wurde dafür unter anderem mit Anteilen an "Seinfeld" bezahlt - einer in den USA sehr erfolgreichen Fernsehserie. Diese Art von Unabhängigkeit wirkt sich auf die Art, wie er arbeitet, aus. Denn er muss keinerlei Rücksicht nehmen.

Kellyanne Conway, die zusammen mit Bannon an Bord von Trumps Wahlkampfteam geholt wurde, sagt über ihn: "Er ist ein brillanter Taktiker. Er hat immer wieder gezeigt, dass er keine Angst hat, sich für die Schlacht zu rüsten. Und das ist genau das, was Donald Trump braucht: Leute, die in dieser Hinsicht genauso sind wie er." Der Wahlkampf in den USA wird mit Stephen Bannon noch härter werden.

Stephen Bannon - der neue starke Mann in Trumps Wahlkampfteam
R. Büllmann, ARD Washington
18.08.2016 22:09 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. August 2016 um 05:17 Uhr

Darstellung: