Stimmauszählung in Milwaukee | Bildquelle: AFP

Trump zweifelt an US-Wahl Nachzählung auch in Wisconsin

Stand: 18.11.2020 21:23 Uhr

Niederlage eingestehen? Daran scheint US-Präsident Trump nicht zu denken. Stattdessen investiert er drei Millionen Dollar in eine weitere Neuauszählung. In Wisconsin wittert er die "schlimmsten Unregelmäßigkeiten".

Donald Trump gibt nicht auf: Der amtierende US-Präsident hat in einem weiteren Bundesstaat eine teilweise Neuauszählung der Stimmen beantragt. In Wisconsin soll in den Wahlkreisen Milwaukee und Dane nachgezählt werden. Nach aktuellem Stand hat Trumps Herausforderer Joe Biden den Bundesstaat mit seinen zehn Wahlleuten gewonnen. Dem Datenanbieter Edison Research zufolge liegt er mit etwa 20.000 Stimmen oder 0,7 Prozentpunkten vor Trump.

Neuauszählung kostet Millionen

Das Wahlkampfteam des Präsidenten habe einen Betrag von drei Millionen Dollar für die teilweise Neuauszählung überwiesen, teilte die Wahlkommission des Bundesstaates mit. Eine Neuauszählung aller Stimmen im Bundesstaat hätte Trump nach Behörden-Angaben 7,9 Millionen Dollar gekostet.

Trump behauptet nach wie vor, dass ihm der Wahlsieg durch Wahlfälschungen zu Gunsten von Biden genommen worden sei. In den nun erneut untersuchten Bezirken in Wisconsin habe es die "schlimmsten Unregelmäßigkeiten" gegeben, teilte das Trump-Team mit, ohne dafür Belege vorzubringen. Dort seien Briefwahlzettel falsch ausgegeben und bearbeitet worden, hieß es. Zudem seien die Gesetze zur Feststellung der Personalien ausgehebelt worden.

Wahlbeamte: Keine Unregelmäßigkeiten

Laut Wahlbeamten in Wisconsin kam es weder in Milwaukee noch in Dane zu Unregelmäßigkeiten. Die beiden Bezirke sind demokratisch geprägte Regionen. Nach derzeitigem Stand erhielt Biden in den beiden Bezirken 577.455 Stimmen, Trump kam auf 213.157. Die Nachzählung könnte bereits am Donnerstag losgehen. Bis zum 1. Dezember müsste sie abgeschlossen sein. Trumps Team behauptete unter anderem, dass bei Briefwahlstimmen nachträglich fehlende Informationen eingetragen worden seien.

Neuauszählungen in Wisconsin und anderswo in den USA haben in der Vergangenheit kaum zu großen Verschiebungen geführt. Als die Stimmen bei der Präsidentschaftswahl 2016 in Wisconsin erneut ausgezählt wurden, gewann Trump 131 Stimmen hinzu.

Überprüfung in Georgia vor dem Abschluss

Vor dem Abschluss steht die manuelle Überprüfung der Stimmen in Georgia. Dort lag Biden vor Beginn der Neuauszählung mit rund 14.000 Stimmen vorn. Bei der Kontrolle sei festgestellt worden, dass rund 5600 ausgezählte Stimmen nicht in die Ergebnisse eingeflossen seien, wodurch sich Bidens Vorsprung um 1300 Stimmen verkürzt habe, berichtete der TV-Sender Fox News.

Georgia will die finalen Ergebnisse heute präsentieren. In dem Staat geht es um 16 Stimmen von Wahlleuten. In Pennsylvania sind es 20. Dort verschärfte die Trump-Seite nach einer zwischenzeitlichen Abschwächung wieder ihre Klageschrift und fordert nun unter anderem, die Ergebnisse der Abstimmung in dem Bundesstaat nicht zu bestätigen und die Wahlleute vom örtlichen Parlament ernennen zu lassen.

Nach den bisherigen Ergebnissen führt Biden landesweit mit 306 zu 232 Wahlleuten. Für den Sieg braucht er mindestens 270 Stimmen. Das Wahlkollegium, das letztlich über den Präsidenten bestimmt, wird am 14. Dezember abstimmen.

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