FBI-Chef James Comey  | Bildquelle: AFP

Neue Ermittlungen wegen Clintons Mails FBI-Chef Comey in der Kritik

Stand: 29.10.2016 18:04 Uhr

Wie sehr schaden die neuen Ermittlungen des FBI Präsidentschaftskandidatin Clinton? Darüber wird in den USA diskutiert. Bislang gibt es nur Andeutungen über die Bedeutung der E-Mails. FBI-Chef Comey steht deshalb in der Kritik.

Von Sabrina Fritz, ARD-Studio Washington

Inzwischen ist beim amerikanischen Justizministerium eine offizielle Beschwerde gegen FBI-Direktor James Comey eingegangen. Darin beklagt eine Gruppe, die sich die "demokratische Koalition gegen Donald Trump" nennt, Comey habe die Wahl beeinflusst. Regierungsangestellten ist es aber verboten, politisch aktiv zu werden.

Der FBI-Direktor hatte seine Entscheidung in einem Brief an seine Mitarbeiter begründet: "Natürlich erzählen wir normalerweise dem Kongress nicht, wenn wir eine Untersuchung durchführen. Aber in diesem Fall, wenige Tage vor der Wahl, wäre es eine Irreführung des amerikanischen Volkes gewesen", schrieb Comey. "Trotzdem wissen wir nicht, wie bedeutend diese neuen E-Mails sind."

Andeutungen verärgern Clinton-Team

Das Clinton-Team bringen diese vagen Andeutungen auf die Palme. Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton fordert, dass alle Papiere auf den Tisch kommen: "Lasst sie raus", sagte sie auf einer kurzen Pressekonferenz. Sie betonte noch einmal, das FBI wisse noch gar nicht, ob es sich um bedeutende Informationen handele oder nicht.

Die Bundespolizei stieß bei ihren Ermittlungen gegen Anthony Weiner auf die neuen Informationen. Weiner ist ein demokratischer Politiker, der immer wieder wegen Sexnachrichten Schlagzeilen machte, zuletzt schickte er diese an ein 15-jähriges Mädchen. Aber was ihn in die Nähe von Clinton rückt: Er war mit ihrer engsten Mitarbeiterin Huma Abedin verheiratet. Das Paar ist inzwischen getrennt. Die E-Mails, die jetzt untersucht werden, stammen offenbar von einem Gerät, das beide benutzt haben.

Trump lobt Justiz

Wie sehr Clinton diese neue Untersuchung schaden, darüber wird in den USA jetzt intensiv diskutiert. Donald Trump lobte auf einer Wahlveranstaltung das FBI für seine Entscheidung: "Ich habe großen Respekt für das FBI und das Justizministerium, die endlich den Mut haben, ihren schrecklichen Fehler zu revidieren." Trump bezog sich darauf, dass das FBI im Sommer die Ermittlungen gegen Clinton eingestellt hatte, weil es keine Beweise dafür gab, dass sie vertrauliche Informationen verbreitet hat.

Kopfschütteln über Comeys Entscheidung

Wer ist dieser James Comey, der vielleicht die nächste Präsidentschaftswahl entschieden hat? Er ist Republikaner war Generalstaatsanwalt unter George W. Bush wurde aber von Präsident Barack Obama zum Chef der Bundespolizei ernannt. In den letzten Monaten stand er enorm unter Druck. Trump hatte ihm und dem US-Justizministerium vorgeworfen, die Untersuchungen gegen Clinton zu Unrecht eingestellt zu haben.

Doch viele in Washington schütteln über seine jetzige Entscheidung den Kopf. Vielleicht bringt es Tom Fitton am besten auf den Punkt, der Chef der konservativen Gruppe "Judicial Watch" sagte: "Es ist für Clinton genauso schlimm wie für Comey."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. Oktober 2016 um 20:00 Uhr.

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