Jahresrückblick 1979 Schiiten

Jahresrückblick 1979 - die Geiselnahme in der US-Botschaft von Teheran

Stand: 30.11.2011 13:52 Uhr

Iranische Zeitungen haben die Erstürmung der britischen Botschaft mit der Besetzung der US-Botschaft verglichen, obwohl die Geiselnahme vor 32 Jahren deutlich dramatischer war. Dutzende US-Bürger wurden damals für 444 Tage gefangen gehalten. Das Ereignis besiegelte das Ende der diplomatischen Beziehungen zwischen dem Iran und den USA - und kostete schließlich US-Präsident Jimmy Carter die Wiederwahl.

Am 4. November stürmten etwa 400 Iraner die amerikanische Botschaft in Teheran und nahmen Dutzende Geiseln. Diese sollten gegen den Schah Reza Pahlewi ausgetauscht werden, der sich für eine Krebsbehandlung in einer New Yorker Klinik aufhielt. Vor der US-Botschaft kam es zu anti-amerikanischen Ausbrüchen. US-Präsident Jimmy Carter warnte die Geiselnehmer vor Vergeltung, falls den Gefangenen etwas zustoßen sollte. Das Geiseldrama zog sich über 444 Tage hin.

Die Geiselnahme hatte weitgehende Folgen, auch in den USA. Im November 1980 gewann der republikanische Gouverneur von Kalifornien, Ronald Reagan, die US-Präsidentschaftswahlen. Sein deutlicher Sieg gegen Amtsinhaber Carter hatte auch mit dessen Fehlschlag bei der Befreiung der Geiseln zu tun. Denn der Versuch des Militärs, die gefangenen Botschaftsangehörigen mit acht Hubschraubern zu befreien, scheiterte und endete in einem Fiasko.

Im Januar 1981 werden die Angehörigen der US-Botschaft in Teheran aus Iran freigekauft - und am Tag der Vereidigung von Reagan freigelassen und nach Deutschland gebracht.