Das Weiße Haus in Washington | Bildquelle: picture alliance / dpa

Weißes Haus Ex-Butler stirbt an Corona-Erkrankung

Stand: 22.05.2020 17:37 Uhr

Er begann als Reinigungskraft und diente unter elf Präsidenten: Der frühere Chefbutler des Weißen Hauses, Wilson Jerman. Im Alter von 91 Jahren ist er nun an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben.

Von Torben Ostermann, ARD-Studio Washington

Als Wilson Jerman 1957 im Weißen Haus als Putzkraft anheuerte, hieß der damalige US-Präsident Dwight D. Eisenhower und der Kalte Krieg dominierte die Schlagzeilen. Während alle paar Jahre ein neuer Präsident ins Weiße Haus einzog, ist einer immer geblieben: Jerman. Insgesamt arbeitete er für elf US-Präsidenten.

Für ihn sei es egal gewesen, wer du warst und was du gemacht hast, erinnert sich eine Enkelin Jermans in einem Fernsehinterview. Ihm sei es vor allem darum gegangen, anderen ihre Wünsche zu erfüllen.

Beförderung durch John F. Kennedy

In den 1960er-Jahren beförderte John F. Kennedy ihn zum Butler - das blieb Jerman bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1993. Doch so richtig zur Ruhe setzen wollte er sich nicht. 2003 kehrte er ins Weiße Haus zurück, arbeitete für George W. Bush und anschließend für den ersten schwarzen Präsidenten der USA: Barack Obama. Dieser ernannte ihn schließlich zum Chefbutler.

Politisch geäußert hatte sich Jerman nie. Welchen Präsidenten er besonders schätzte, ist nicht bekannt. Er habe alle Menschen gleich behandelt, sich nicht verbiegen lassen, sei immer authentisch geblieben - so soll die Welt ihn in Erinnerung behalten.

Ende des Butler-Dienstes im Jahr 2012

Im Jahr 2012 verließ Jerman das Weiße Haus dann wirklich. Zum Abschied gab es eine Reihe von elf Gedenktafeln, auf denen die Präsidenten abgebildet waren, für die er gearbeitet hatte.

Im Alter von 91 Jahren ist Jerman nun an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben.

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