US-Senatorin Elizabeth Warren spricht während einer Kundgebung im Bundesstaat New Hampshire. | Bildquelle: dpa

US-Demokraten Mehrere Frauen wollen Trump ablösen

Stand: 06.03.2019 09:10 Uhr

Hillary Clinton hat schon abgewunken - dafür wollen sechs andere US-Demokratinnen in den Wahlkampf ziehen. Eine Frage wird immer wieder gestellt: Ist Amerika bereit für eine Frau als Präsidentin?

Von Martina Buttler, ARD-Studio Washington

14 Demokraten haben schon die Hand gehoben und gesagt: "Ich will Trump als Präsident ablösen." Sechs davon sind Frauen. Senatorinnen wie Elizabeth Warren, Kamala Harris, Amy Klobuchar oder Kirsten Gillibrand wollen die erste "Madam President" werden.

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Diese US-Demokraten wollen Präsident werden

Das Feld der Präsidentschaftsbewerber bei den US-Demokraten ist sehr groß

Das Weiße Haus in Washington

1600 Pennsylvania Avenue, besser bekannt als das Weiße Haus in Washington: Hier würden zahlreiche US-Demokraten gerne ab Januar 2021 ihren Hauptwohnsitz nehmen - als 46. US-Präsident. Die Zahl der Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur wuchs zunächst immer weiter an, bis die ersten Bewerber im August aufgaben. Dennoch war das Kandidatenfeld noch die so vielfältig. Ein Favorit aber lässt sich noch nicht ausmachen. Ein Überblick. | Bildquelle: picture alliance / dpa

"Wiedergeburt der Frauenbewegung"

Alle haben eins gemeinsam: Sie kommen aus Hochburgen der Demokraten von New York bis Kalifornien. Gillibrand erzählt, wie beeindruckt sie davon ist, was sich aus dem Widerstand gegen Trump und dem "Womens March" entwickelt hat: "Diese Dynamik hat eine Wiedergeburt der Frauenbewegung gebracht. Das ist inspirierend. Die vielfältigste Gruppe an Politikerinnen in der Geschichte der USA zu haben, die Trump zur Verantwortung ziehen wollen, ist erfrischend."

Ein Drittel des Senats und ein Viertel des Repräsentantenhauses in den USA bestehen aus Frauen. Das ist ein neuer Rekord.

Die Senatorin Kirsten Gillibrand spricht während einer Veranstaltung mit Studenten in Dallas. | Bildquelle: AP
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Senatorin Kirsten Gillibrand findet es "erfrischend", wie vielfältig die Gruppe der Politikerinnen in den USA ist.

Neue Erfahrungen und Gesichter

Tulsi Gabbard, Abgeordnete aus Hawaii, die auch für die Demokraten ins Rennen um die Präsidentschaft geht, beschreibt, wie sich die politische Landschaft schon jetzt verändert hat: "Die Energie ist anders, weil es Menschen mit neuen Erfahrungen und Geschichten im Repräsentantenhaus gibt, die eine Vielfalt mitbringen, die wir vorher so nicht hatten." Sie würden Menschen eine Stimme geben, die vorher so nicht gehört worden seien.

Die Politikerinnen, die ins Rennen einsteigen, stellen nicht in den Mittelpunkt, dass sie Frauen sind. Darauf werden sie von außen aber immer wieder angesprochen. Die Politikerinnen wollen mit Inhalten punkten, so wie Harris, die in Umfragen von den Kandidatinnen bisher die meiste Zustimmung bekommt: "Die Leute loben die Arbeitsmarktzahlen. Aber viele Leute haben zwei, drei Jobs, um ihre Rechnungen zu bezahlen." Das sei nicht richtig.

Senatorin Kamala Harris spricht während einer Veranstaltung in Las Vegas. | Bildquelle: AP
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Senatorin Kamala Harris erhält bisher in Umfragen die meiste Zustimmung unter den Kandidatinnen.

Unterschiede überwinden

Gesundheitssystem, Waffengesetze, Klimawandel, Außenpolitik: Es gibt viel zu tun, sind die Demokratinnen überzeugt. Warren, die als hocheffektive Fundraiserin gilt, erklärt in einem Video, was die USA aus ihrer Sicht ausmachen: "Egal, wo deine Familie herkam, du verdienst, dass du alle Möglichkeiten hast. Egal wie unterschiedlich wir sind, die meisten von uns wollen das gleiche: hart arbeiten und für die Menschen sorgen, die sie lieben." Das sei das Amerika, für das sie kämpfe.

Elizabeth Warren | Bildquelle: REUTERS
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Warren gilt als eine der prominentesten Vertreterin des linken Flügels der Partei und setzt sich für eine höhere Besteuerung Vermögender ein.

Erfolgschancen sind unklar

Auf der Beliebtheitsskala bei den Demokraten liegt mit deutlichem Abstand zurzeit allerdings ein Mann vorn, der noch nicht mal seine Kandidatur erklärt hat: der ehemalige Vizepräsident Joe Biden. Erst auf dem dritten Platz folgt die erste Frau: Harris.

Der Präsidentschaftswahlkampf läuft an und eine Frage wird immer wieder gestellt: Sind die USA bereit für eine Frau als Präsidentin? Und wie wahrscheinlich ist es, dass eine Frau als Spitzenkandidatin bei den Demokraten nominiert wird? Die Antwort wird es erst in mehr als einem Jahr geben.

Wer kann Präsidentin? Mehrere Frauen wollen Trump herausfordern
Martina Buttler, WDR Washington
06.03.2019 08:08 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 06. März 2019 um 09:38 Uhr.

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