Jährliches Treffen der NRA | Bildquelle: AFP

Streit um Waffengesetze Gemeinsamer Gegner: Die Waffenlobby

Stand: 24.02.2018 16:57 Uhr

Nach dem Amoklauf in Parkland beenden erste US-Unternehmen die Zusammenarbeit mit der mächtigen Waffenlobby NRA. Ein Schüler will die NRA direkt herausfordern. Und auch die Lehrer wehren sich.

Von Martina Buttler, ARD-Studio Washington

"Wir werden nicht schweigen", verspricht Alfonso Calderon. Er hat die Schießerei an der Stoneman Douglas High School überlebt. Und wie viele seiner Mitschüler steht er gerade für eine Änderung der Waffengesetze in den USA auf. David Hogg, Chef der Schülerzeitung, ist eins der bekanntesten Gesichter des Protests. Er nimmt es mit einem mächtigen Gegner auf: der Waffenlobby NRA.

Auf Twitter schreibt er beispielsweise: "Hey FedEx - warum unterstützt ihr die NRA?" Und ein paar Stunden später: "Moment, unterstützt FedEx immer noch die NRA? Lasst uns das heute Abend regeln."

US-Industrie distanziert sich von Waffenloby NRA
tagesschau 17:50 Uhr, 24.02.2018, Claudia Buckenmaier, ARD Washington

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Großer Druck der Kunden

In den vergangenen Tagen kündigten mehrere Unternehmen an, ihre Unterstützung für die Waffenlobby NRA zu beenden. Der Druck ihrer Kunden ist nach dem Massaker in Parkland groß. Autoverleiher wie Hertz oder Enterprise wollen keine Bonusprogramme mehr für NRA-Mitglieder anbieten. Den gleichen Schritt haben die Internet-Sicherheitsfirma Symantec, die Versicherung MetLife und mehrere Hotels angekündigt.

Die First National Bank in Omaha verkündete über Twitter, dass sie ihren Vertrag mit der NRA für NRA-Visa-Karten nicht verlängern will. David Hogg bedankt sich bei den Firmen über Twitter.

Bekommt die NRA das überhaupt zu spüren?

Polly Mosendz von Bloomberg News erklärt im National Public Radio, dass sie aber nicht glaubt, dass die NRA diese Entscheidungen wirklich zu spüren bekommt: "Viele Leute bemerken das. Aber die Mitgliedszahlen bei der NRA werden deswegen nicht sinken. Die Bonusprogramme sind nett, aber Menschen werden nicht deshalb Mitglied bei dieser Organisation."

Lehrer-Pensionsfonds investiert beim Sturmgewehr-Hersteller

Auch die Lehrer in Florida wehren sich. Sie haben festgestellt, dass ihr Pensionsfonds in die Firma American Outdoor Brands investiert. Das ist der Hersteller des Sturmgewehrs, das der Täter in Parkland verwendete. Die Lehrergewerkschaft fordert nun, diese Investitionen abzustoßen. Das wird allerdings - wenn überhaupt - nicht schnell passieren, erklärte ein Sprecher des staatlichen Pensionsfonds bereits. Der Prozess ist kompliziert, so Polly Mosendz: "Die Lehrer können das nicht selbst machen. Der Fonds wird von einem Komitee verwaltet, dem unter anderem der Gouverneur von Florida und die Justizministerin angehören. Es ist schwierig, da Veränderungen anzustoßen."

Die US-Waffenlobby NRA

Die 1871 gegründete National Rifle Association (NRA) gilt als eine der mächtigsten Lobby-Gruppen in den USA. Ihre Gründer, zwei Offiziere des Amerikanischen Bürgerkriegs, wollten vor allem die Ausbildung an der Waffe fördern.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich die NRA zu einer Interessengruppe mit enormem Einfluss auf die Politik. Nach eigenen Angaben hat sie mehr als fünf Millionen Mitglieder. Die NRA hat sich der Verteidigung des zweiten Verfassungszusatzes verschrieben: dem Recht, eine Waffe zu besitzen und zu tragen. Sie sieht sich daher als Bürgerrechtsorganisation.

Laut Angaben der NRA unterrichten mehr als 125.000 Ausbilder jährlich etwa eine Million Waffenbesitzer im Umgang mit Gewehren, Pistolen und Munition. Im Jahr 2016 gab die Organisation mehr als 400 Millionen Dollar aus, einen großen Teil davon für Lobbyarbeit. Wahlkämpfe, etwa den von Donald Trump 2016, unterstützt sie mit hohen Geldspenden.

"Ich weiß, wen ich nicht wählen werde"

Die Schüler der Stoneman Douglas High School wollen aufrütteln. Sie wollen, dass sich etwas ändert und dass die Diskussion über die Waffengesetze nicht schnell wieder abebbt. Sie planen für den 24. März den "March for our lives" in Washington. Der Antrag für eine Demo mit bis zu einer halben Million Teilnehmern ist eingereicht. In Los Angeles, Chicago, Denver, Las Vegas oder Dallas sind auch solche Demos geplant.

Und Schüler wie Ryan Deitsch sagen in Richtung Politiker: "Meine Freunde und ich werden bald 18. Wir können wählen, und ich weiß, wen ich nicht wählen werde."

Parkland und die Waffendebatte hat das Potential im Kongresswahlkampf dieses Jahr ein Thema zu sein. Die Frage ist, wie lange der Nachhall von Schülern, Unternehmen und der NRA anhält.

Unternehmen beenden Unterstützung für Waffenlobby NRA
Martina Buttler, ARD Washington
24.02.2018 15:45 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Februar 2018 um 17:50 Uhr.

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