Eine "Liberator"-Pistole aus dem 3D-Drucker | Bildquelle: AFP

Rechtsstreit in den USA Klage gegen Waffen aus 3D-Drucker

Stand: 31.07.2018 05:45 Uhr

In den USA regt sich juristischer Widerstand gegen die Genehmigung, Vordrucke für Waffen aus dem 3D-Drucker zu veröffentlichen. Staatsanwälte aus acht Bundesstaaten reichten Klage gegen Trumps Regierung ein.

In den USA wächst der Widerstand gegen die bevorstehende Veröffentlichung von Plänen im Internet für die Herstellung von Schusswaffen mittels 3D-Druckern.

Der Generalstaatsanwalt des Bundesstaats Washington, Bob Ferguson, teilte mit, er verklage die Regierung von US-Präsident Donald Trump vor einem Bundesgericht in Seattle. Sieben Bundesstaaten und der Hauptstadtdistrikt Washington hätten sich angeschlossen.

Die Klage richtet sich gegen einen außergerichtlichen Vergleich, den die US-Regierung mit der Firma Defense Distributed geschlossen hat. Defense Distributed wird mit der umstrittenen Einigung erlaubt, Pläne zur Herstellung von Waffen auf 3D-Druckern zu veröffentlichen. Die Firma aus Texas hat angekündigt, die Anleitungen von diesem Mittwoch an zum Herunterladen anzubieten.

Für jeden zugänglich, nicht auffindbar

"Ich habe eine Frage an die Trump-Regierung: Warum ermöglichen Sie gefährlichen Kriminellen einfachen Zugang zu Waffen?", fragte Hauptkläger Ferguson. Die per Download verfügbaren Waffen seien unregistriert und würden auch von Metalldetektoren nicht erkannt. Jeder - ungeachtet von Alter, psychischer Verfassung und Vorstrafen - könne sie haben.

Einen ersten Entwurf für eine solche Waffe hatte Cody Wilson, Gründer von Defense Distributed, bereits 2013 online gestellt. Die Vorlagen wurden damals etwa 100.000 Mal heruntergeladen, auch von Nutzern außerhalb der USA. Das US-Außenministerium schritt rasch ein und zwang Wilson mit Verweis auf die Waffenexport-Gesetze, die digitalen Anleitungen wieder aus dem Netz zu nehmen. Wilson klagte erfolglos dagegen. Im Juni schloss die US-Regierung dann überraschend den außergerichtlichen Vergleich mit Wilson.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. Juli 2018 um 08:00 Uhr.

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